27.05.2009

"Newsweek"

Magazin will künftig elitäre Leser bedienen

Keine Nachrichten mehr, sondern geistige Auseinandersetzung.

"Newsweek"-Chef Jon Meacham will die Zeitschrift rundum neu herausbringen. Um der Krise zu trotzen will er mit dem zweitgrößte US-Nachrichtenmagazin weniger Leser bedienen, dafür auf mehr Stil setzen. Meacham, der die Zeitschrift seit Herbst 2006 leitet, will die Auflage von 3,1 Millionen im vergangenen Jahr auf 1,5 Millionen in 2010 halbieren und das Wochenmagazin im Gewand einer Monatszeitschrift wiederbeleben, die sich an eine intellektuelle Elite richten soll.

Meacham orientiert sich offenbar an Barack Obama. Wie der "Newsweek"-Chef in seinem Blog schreibt, etabliere sich unter der neuen Regierung eine neue Debattenkultur, die man bedienen müsse. Ein "Ideenmagazin für das Obama-Zeitalter" befand der "New York Observer" jüngst. Damit ist eine Publikation für intellektuell anspruchsvolle Leser gemeint, die an der geistigen Auseinandersetzung und nicht an einer wöchentlichen Nachrichtenübersicht interessiert sei.

Chefredakteur Meacham, der kürzlich mit dem Pulitzerpreis für seine Andrew-Jackson-Biographie "American Lion" geehrt wurde, will künftig also eine elitäre Leserschaft bedienen, welche die Werbekundschaft in die neue Nische mitzieht. Noch in diesem Jahr soll "Newsweek" aus den roten Zahlen heraus sein. (FAZ)


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