New York (pte/08.04.2009/11:40) - Die klare Trennung von redaktionellen Inhalten und Werbeanzeigen in Magazinen geht zunehmend verloren. War es einst üblich, redaktionelle und Anzeigenseiten in den Heften unbedingt separat zu halten, geben heute immer mehr Zeitschriften diesen Grundsatz auf. Wie die New York Times berichtet, haben sich mittlerweile die meisten großen US-Magazine - darunter Entertainment Weekly, Time und People - dazu entschlossen, Werbung stärker in die redaktionellen Beiträge einzuflechten. Manche Titel drucken inzwischen auch Anzeigen auf dem Cover, was in den USA bisher eigentlich laut Richtlinien der American Society of Magazine Editors (ASME) verboten ist. "Jeder muss klar zwischen Werbung und Artikel unterschieden können. Kann man den Unterschied nicht mehr erkennen, dann gibt es ein Problem", meint Sid Holt, Chef der ASME.
Dennoch wollen sich die Zeitschriften angesichts der Wirtschaftskrise, im Zuge derer viele Werbekunden verloren gehen, nicht mehr so streng an die Richtlinien halten. Die ASME muss das mehr oder weniger akzeptieren. "Die Macht der ASME über die Redaktionen hat sich immer darauf beschränkt, festzulegen, wer letztlich für die Teilnahme an den National Magazine Awards geeignet ist", sagt Susan Lyne, Chefin der Luxusfirma Gilt Groupe und bis vergangenes Jahr Chefin von Martha Stewart Living Omnimedia. In Zeiten wie diesen würden die Leute nun einmal abwägen, was wichtiger ist: Eine Nominierung für den Award oder aber die Aufstellung des Unternehmensbudgets.
Die Übertretungen der bestehenden ASME-Regeln gestalten sich je nach Zeitschrift unterschiedlich. ESPN etwa brachte seine letzte Ausgabe mit einem ausklappbaren Umschlag heraus, der zur Hälfte mit Werbung bedruckt ist. Entertainment Weekly gestaltete seine April-Cover als Tasche mit einer herausziehbaren Anzeige für die ABC-Sendung "The Unusuals". "Alle Medienmarken sind herausgefordert, mit kreativeren Lösungen an die Werbetreibenden heranzutreten", meint Scott Donaton, Herausgeber von Entertainment Weekly. (pte)

