20.02.2006

Pressefotografie

Markt der Amateurfoto-Agenturen boomt

Mit Hobbyknipsern Geld verdienen.

Die junge Branche der Amateurfotografie boomt. Agenturen, die mit den Aufnahmen von Hobbyknipsern Geld verdienen wollen, schiessen aus dem Boden, zugleich aber bekunden auch etablierte Bildagenturen immer mehr Interesse an den Amateurbildern. "Wir haben schon das eine oder andere Bild von Privatleuten gekauft, etwa nach den Londoner Bombenanschlägen", sagt Alison Crombie von Getty Images, weltweit eine der führenden Agenturen gegenüber der Financial Times Deutschland (FTD). Die Qualität der Amateurbilder sei jedoch meistens nicht gut genug. Eine eigene Amateurwebsite plant Getty Images derzeit nicht, da man die neuen Internetagenturen derzeit nicht als Konkurrenz ansehe.

Gary Morgan, Inhaber von Splash, der grössten unabhängigen Paparazzo-Agentur in den USA, glaubt derweil dass das Amateurgeschäft einmal ein Riesenmarkt wird, gebe es doch potenziell bis zu 5 Milliarden Fotoreporter. Splash hat neben dem herkömmlichen Bildgeschäft inzwischen eine Webseite für Amateurfotografen aufgeschaltet und verkaufte zum Beispiel ein Bild der Hochzeit von Britney Spears für 130'000 Dollar .

Am grössten ist die Nachfrage nach Pressefotos von Amateuren laut FTD bei den Boulevardblättern. Denn wo Rockmusiker einen Nachtclub zerlegen, Flutwellen anrollen oder Terroristen sich in die Luft sprengen, kämen die Bildprofis oft zu spät. Gerade bei der Tsunami-Katastrophe und den Londoner U-Bahn-Attentaten stammte viel Bildmaterial von Augenzeugen, die mit Ihrem Handy das Ereignis festhielten. Das Video eines Passanten, der die Festnahme eines der Londoner Attentäter einfing, verkaufte der Filmer laut FTD für 60'000 englische Pfund direkt an den Sender.


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