16.06.2009

PWC

Medienkrise wird uns bis 2011 beschäftigen

Studie: "Global Entertainment and Media Outlook: 2009 - 2013".

Die Medien- und Unterhaltungsindustrie wird in diesem Jahr erstmals seit Beginn des Internetbooms schrumpfen. Dies geht aus einer Untersuchung mit dem Namen "Global Entertainment and Media Outlook: 2009 - 2013" der Beratungsgesellschaft Pricewaterhouse Coopers (PwC) hervor. Die Experten erwarten im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 3,9 Prozent auf knapp 1350 Mrd. $. Für den Einbruch seien vor allem die stark sinkenden Werbeeinnahmen (minus 12,1 Prozent) verantwortlich, während die Medienausgaben der Konsumenten moderat um 1,2 Prozent nachlassen sollen.

Diese werden künftig noch mehr Geld für den stationären und mobilen Zugang zum Internet ausgeben, schreibt PWC. Die Berater rechnen für 2013 mit einem Ausgabenvolumen von 333,6 Mrd. $ weltweit, was rund 20 Prozent der gesamten Endverbraucherausgaben entsprechen werde. Im Jahr 2008 lag dieser Anteil erst bei 15 Prozent.

Auf dem Buchmarkt sei Wachstum nur noch bei digitalen Inhalten zu erwarten. Wachsende Werbesegmente sind in den kommenden fünf Jahren nach PWC-Einschätzung nur noch die Außenwerbung, Onlineanzeigen und Werbung in Videospielen. Beim Fernsehen stagnieren die Werbeeinnahmen, während die Geschäfte mit bezahlten Inhalten ansteigen. Regional sind die aktuellen Einbrüche in Nordamerika am heftigsten. Hier sinken die Branchenerlöse in diesem Jahr laut PWC um voraussichtlich 7,1 Prozent auf gut 463,2 Mrd. $. Für Europa, Südafrika und den Nahen Osten liegt das erwartete Minus bei 3,7 Prozent, wobei die Märkte in Russland (-11,4 Prozent), Großbritannien (-7,2 Prozent) und Deutschland (-5,3 Prozent) den Schnitt nach unten ziehen.

Ein klares Wachstum der Medienindustrie erwarten die Experten erst wieder ab 2011. Für die deutsche Branche prognostiziert die Studie zwischen 2009 und 2013 ein leichtes Wachstum von jährlich 0,8 Prozent auf rund 71,8 Mrd. Euro. Dabei dürften die Verbraucherausgaben um durchschnittlich 0,9 Prozent auf 43,2 Mrd. Euro steigen, während die Werbeeinnahmen voraussichtlich um 1,8 Prozent auf knapp 15,9 Mrd. Euro sinken werden. (FTD)


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