20.09.2005

Gerhard Schröder

Medienschelte schreckt Öffentlichkeit auf

Journalisten-Verband empört.

Die Medienschelte von Bundeskanzler Gerhard Schröder in der Elefantenrunde vom vergangenen Sonntagabend hat die deutsche Öffentlichkeit aufgeschreckt. Die Süddeutsche Zeitung enthüllt in der heutigen Ausgabe "die Wahrheit hinter des Kanzlers Medienschelte".

Zitiert wird dabei Kanzlerfreund und Ringier-Chefpublizist Frank A. Meyer, "kein Bänkelsänger der Mächtigen" (SZ), der von einer "Niederlage der geschlossenen Journaille" sprach. Verloren habe, so Meyer, die Flat-Tax-Generation der Journalisten, allesamt neoliberale Ideologen, deren "Denken und Welt auf einem Bierdeckel Platz hat." Meyer hat zusammen mit Verleger Michael Ringier die Bundeskanzlerwahl in Berlin besucht.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) hat die Medienschelte von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) nach der Bundestagswahl energisch zurückgewiesen, wie die dpa berichtet. Der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken erklärte den vom Kanzler am Wahlabend erhobene Vorwurf der Medienmacht und Medienmanipulation als völlig unverständlich, Die regelmässige Veröffentlichung von Umfragewerten vor der Wahl sei Chronistenpflicht. Schröder habe die Journalisten in Deutschland dem Generalverdacht der Parteilichkeit aussetzt.


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