16.02.2010

Paid Content

Mehr User-Zuspruch als erwartet

Neue Nielsen-Studie macht Zeitungen Mut.

Die Voraussetzungen für Online-Bezahlinhalte sind offenbar besser als bisher gedacht. Laut einer neuen internationalen Nielsen-Studie zeigt sich zumindest ein Drittel aller 27'000 Befragten bereit, für den Zugang zu Zeitungen im Web zu bezahlen. Die Ergebnisse machen der Zeitungsbranche Mut, denn vorangegangene Befragungen waren deutlich nüchterner ausgefallen. 58 Prozent der Nutzer sagten, sie wollten nicht für Inhalte zahlen. Dem gegenüber stehen acht Prozent, die schon jetzt ein oder mehrere Bezahlabos haben. Insgesamt zeigten User unter 35 Jahren mehr Verständnis für Paid Content als ältere Befragte, berichtet die "Financial Times".

"Viele Konsumenten sind bereit für Inhalte zu zahlen, in denen sie einen hohen Wert sehen und nach wie vor wird die Qualität professionellen Contents Amateur-Inhalten vorgezogen", sagt Nic Covey, der die Nielsen-Studie durchgeführt hat. Während einerseits vom Ende der Nachrichtenmedien die Rede sei, erweise sich die Zahlungsbereitschaft von fast der Hälfte der Konsumenten als sehr vielversprechend, meint Covey.

Trotz Bedenken über die tatsächlichen Erfolgchancen von Paid Content wagen immer mehr Verlage, langsam auch im deutschsprachigen Raum, den Schritt hin zu Bezahlangeboten. So plant etwa Axel Springer die Einführung von Paid Content und zuletzt startete das österreichische Wirtschaftsblatt mit einem Freemium-Modell. Hoffnung in Sachen Zahlungsbereitschaft wecken nicht zuletzt neue mobile Lesegeräte wie iPad und Co.

Während zwar mittlerweile offenbar mehr Menschen bereit sind, für Nachrichten im Netz zu zahlen, ist die allgemeine Zahlungsbereitschaft weiterhin sehr gering. 85 Prozent sagen, dass derzeit kostenlose Inhalte auch kostenlos bleiben müssen. Am ehesten würden Konsumenten laut Nielsen für TV-Serien, Filme, Musik und Games im Internet bezahlen. Ausserdem würden mehr Leute für Online-Magazine als für Online-Zeitungen zahlen. Was die Abrechnungsmethoden betrifft, sprach sich die Mehrheit für Micropaymentsysteme aus. Ausserdem will mehr als ein Drittel keinerlei Werbung mehr im Umfeld von Bezahlinhalten zu sehen bekommen. (pte)


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