Dicke Post für das Schweizer Fernsehen. Wie in der "SonntagsZeitung" zu lesen ist, sind die Produktionsbedingungen beim gebührenfinanzierten Sender alles andere als vorbildlich. Ein Gutachten des bekannten Rechtsprofessors Peter Nobel kommt in einem 43-seitigen Gutahcten zum Schluss, dass SF seine "marktbeherrschende Stellung" missbrauche und das Kartellgesetz verletze. Nobel wirft dem Sender "Diskriminierung" sowie eine "Ausbeutungs- und Verdrängungsstrategie" vor.
Vergangene Woche wurde das brisante Dokument dem Kommunikationsdepartement von Bundesrat Moritz Leuenberger und der Wettbewerbskommission zugestellt. Untersucht hat Nobel die Geschäftsbeziehungen zwischen dem SF, seiner Produktionsgesellschaft TPC und den sogenannten ENG-Betrieben. ENG steht für "Electronic News Gathering": Ein- oder Zweimannteams, die mit Kamera und Mikrofon die Journalisten auf Ausseneinsätzen begleiten. Zu unkorrekten Bedingungen, wie der Gutachter schreibt. Zum Beispiel seien die Tagessätze, die das TPC diesen Firmen bezahle, nicht kostendeckend. Das Gutachten verweist dabei auf einen Bericht der Universität St. Gallen vom vergangenen September.
Wie in der "SonntagsZeitung" zu lesen ist, weist SF-Sprecher Urs Durrer die Vorwürfe einer unfairen oder gar illegalen Behandlung der ENG-Firmen zurück. Man sei mit den Betrieben im Gespräch und werde die Verträge, die in diesem Jahr auslaufen, neu verhandeln. «Die Vergütung freier Firmen lässt sich nicht mit jener des TPC vergleichen, da die erbrachte Leistung nicht die gleiche ist», sagt Durrer. Es gebe keine Quersubventionierung.

