23.03.2010

Kachelmann

Moderator kommt vor den Haftrichter

Haftprüfungstermin auf Mittwoch festgelegt.

Jörg Kachelmann kommt am (morgigen) späten Mittwochvormittag vor den Haftrichter. Der Schweizer Wettermoderator sitzt derzeit in Mannheim in Untersuchungshaft. Er soll seine frühere Lebensgefährtin vergewaltigt haben. Kachelmanns Anwalt Ralf Höcker wies diese Vorwürfe als frei erfunden zurück. Nun will er erreichen, dass sein Mandant aus der Untersuchungshaft entlassen wird. Der Anwalt habe einen Termin beim Haftrichter beantragt, sagte ein Sprecher des Amtsgerichts Mannheim am Dienstag.

Aus Sicht der Staatsanwaltschaft liegen jedoch genügend Indizien vor, um die Untersuchungshaft rechtfertigen zu können. Die Behörde geht davon aus, dass es bei einer Verurteilung zu einer mehrjährigen Haftstrafe käme. Schon deshalb geht man von einer Fluchtgefahr aus. Ist der Haftrichter in Mannheim der gleichen Ansicht, kann Kachelmann beim Landgericht Haftbeschwerde einreichen. Dann müssten die Richter prüfen, ob der 51-Jährige weiterhin wegen des Verdachts der Vergewaltigung seiner langjährigen Freundin im Gefängnis bleiben soll.

Kachelmann war am Samstag auf dem Flughafen Frankfurt auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhaftet worden, wie die deutsche Bundespolizei am Montag mitteilte. Eine Sprecherin von Kachelmanns Wetterunternehmen Meteomedia hatte von einem Missverständnis gesprochen.

Der Ostschweizer Kachelmann hatte sein Hobby, die Meteorologie, 1990 zum Beruf gemacht. Er gründete den Wetterdienst Meteomedia und baute das Unternehmen mit rund 100 Mitarbeitern zu einem der grössten privaten Wetterdienstleister in Europa aus. Nicht selten geriet er dabei mit staatlichen Wetterdiensten in Konflikt. Berühmt wurde Kachelmann durch seine witzige und frische Art, Wetterprognosen zu präsentieren. Heute zeichnet er unter anderem verantwortlich für die Wettersendungen des deutschen Fernsehsenders ARD. (sda)


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