20.03.2016

AZ Medien

Moser attackiert Tamedia

In der «Schweiz am Sonntag» rechnet Polit- und Medienjournalist Christof Moser vor, was man mit Toninis Vergütung und Bonus alles finanzieren könnte.

Unter dem Titel «Tamedia: Kein Bonus für Leser» greift Polit- und Medienjournalist Christof Moser in der «Schweiz am Sonntag» den Zürcher Konkurrenten direkt an. Moser stört sich an der Vergütung und dem Bonus von Tamedia-CEO Christoph Tonini in der Höhe von sechs Millionen Franken (persoenlich.com berichtete). Dies zeige, wie irrelevant Journalismus für Tamedia geworden sei. Moser rechnet vor: Mit dem Geld «liessen sich 40 zusätzliche Journalistinnen und Journalisten finanzieren. Oder 3000 Hintergrund-Artikel von Freien, doppelt so gut und damit anständiger honoriert als heute.» Die Gesamtvergütung für Christoph Tonini betrug 6 Millionen Franken. Davon war 1 Million Franken Salär und 5 Millionen Franken Bonus.

Stattdessen gebe es für die Leser nur noch Sparangebote, kritisiert Moser. «Online sind die Geschichten manchmal derart dünn, dass sie durchsichtig werden: Empörungs-Rülpser für die Reichweite im Werbemarkt», so der Medienkritiker ungewöhnlich hart. Auch die Printausgabe werde immer dünner und die Paywall sei ein «Flop». (rar)


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KOMMENTARE

Alphons Wiegand
26.03.2016 02:51 Uhr
@Rothschild: Ist man wirklich ein "Neidgenosse", wenn man den Abstieg einer einst grossen Zeitung bedauert? Für mich hat Herr Supino wohl gezeigt, dass man Geld verdienen, aber nicht, dass man eine bessere Zeitung machen kann. Aber das war ja wohl auch nicht seine Aufgabe...
Pierre Rothschild
22.03.2016 14:13 Uhr
Eidgenossen sind Neidgenossen. Da zeigen Dr. Supino und sein Team in nicht so einfachen Zeiten, dass man Geld in unserer Branche verdienen kann - und es ist wieder nicht ok. Mehr als 6000 Franken Bonus für jeden Mitarbeiter, Geld in der Kasse für neue Ideen und Projekte. Von allen Publikationen haben die klassischen Tageszeitungen die meisten Inserate verloren. Sie machten das grosse Geld mit Stelleninseraten, Immobilien-Angeboten etc. etc. Ein Verlust, den die „Heftli“ nicht erleiden mussten. Das wird so oft vergessen. Ich finde, man darf dem Team an der Werdstrasse gratulieren. Und das sehr herzlich.
Alphons Wiegand
20.03.2016 17:03 Uhr
Wie recht doch Moser hat! Tamedia spart seit Jahren ihre Redaktionen kaputt und beutet die "Freien" aus. Der Zeitungskonzern ist zur blossen Melkkuh der Millionärsbesitzer und ihrer Adlaten geworden. Wenn ich zurück denke, was für eine hoffnungsvolle Zeitung der "Tages-Anzeiger" in den 1970er Jahren war (mit Redaktoren wie Walter Stutzer, Hans Tschäni, Marcel Schwander, Franz Brunner, Hugo Wild, Arthur Meyer, Emil Grichting, Hans Schurter...)! Weit haben es die Erben (von Hans-was-Heiri Coninx bis Suppino) gebracht!
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