Nach drei Jahren Talfahrt ist in der Schweiz im Jahr 2004 wieder mehr Geld in die Werbung geflossen. Insgesamt wurden netto 5.323 Mrd. Franken ausgegeben. Dies sind 3.9 Prozent mehr als im Vorjahr. Einzig die Presse konnte nicht profitieren.
Der Gesamtwerbekuchen sei erstmals seit dem Rekordjahr 2000 wieder gewachsen, sagte der Präsident der WEMF AG für Werbemedienforschung, Jürg Weber, vor den Medien in Zürich. Es gebe aber Gewinner und Verlierer.
Die Inserateeinnahmen der Presse, welche mit einem Anteil von 43 Prozent der grösste Werbeträger ist, seien gegenüber dem Vorjahr um 8 Mio. auf 2.294 Mrd. Franken geschrumpft, sagte WEMF-Studienleiter Rolf Blum. Mit dem leichten Minus von 0.4 Prozent sei die Presse die einzige Mediengattung, deren Umsätze gegenüber 2003 gesunken seien.
Die Stellenanzeigen, die stark von der Konjunkturlage abhängen, haben erstmals seit drei Jahren wieder zugenommen (+2.5 Prozent auf 213 Mio. Franken). Damit sind sie aber immer noch weit vom Rekordjahr 2000 entfernt, als die Stelleninserate 579 Mio. Franken einbrachten.
Ein Spitzenjahr haben dagegen die Fernsehmacher erlebt. Werbung und Sponsoring von Sendungen spülten 570 Mio. Franken in die Kassen (+7 Prozent). Dies ist der dritte Rekord hintereinander. Die TV-Sender dürften davon profitiert haben, dass es 2004 mit der Fussball-Europameisterschaft und den Olympischen Spielen zwei Zuschauermagneten gegeben habe, sagte Blum.

