10.03.2021

Serie zum Coronavirus

«Nach jeder Sendung schwebe ich auf Wolke 7»

Medienpionier Roger Schawinski moderiert am Donnerstag auf Radio 1 die 100. Folge seiner Corona-Sendung. In Folge 161 unserer Serie sagt er, warum «Talk Radio» immer besser wird.
Serie zum Coronavirus: «Nach jeder Sendung schwebe ich auf Wolke 7»
Moderiert aus dem Homeoffice das «Talk Radio» auf Radio 1: Roger Schawinski. (Bild: zVg.)
von Matthias Ackeret

Herr Schawinski, Sie moderieren am Donnerstag zusammen mit Marc Jäggi die 100. Talksendung zum Thema Corona. Wird es da nicht langsam langweilig?
Im Gegenteil. Die Gespräche werden immer eindringlicher und relevanter.

Sie machen Ihre Sendung praktisch seit Beginn der Pandemie (persoenlich.com berichtete). Wie kamen Sie auf diese Idee?
So wie bei allen anderen Ideen, die ich hatte: Plötzlich war sie da, ohne dass ich danach gesucht hätte.

«Im Zentrum steht immer das wichtigste Thema unserer Zeit»

Vor 40 Jahren beim Start von Radio 24 in Como hatten Sie auch schon solche Hörersendungen gemacht …
Ja, da gab es den «Pulsnehmer» an gewissen Abenden. Es waren Gespräche mit Hörerinnen zu unterschiedlichen Themen. Aber unser «Talk Radio» ist anders. Im Zentrum steht immer das wichtigste Thema unserer Zeit, beleuchtet von Experten und Hörerinnen.

Gibt es eine Sendung, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?
Nach jeder Sendung habe ich das Gefühl, das war die beste überhaupt und schwebe noch stundenlang auf Wolke 7.

Hat sich die Sendung in den letzten zwölf Monaten auch verändert?
Es gibt Leute, die sich mehrfach melden. Auch haben wir gewisse Experten regelmässig auf Sendung. Dies ergibt eine spannende Kontinuität, einen roten Faden, im Ablauf der sich ständig verändernden Corona-Lage.

Welche Reaktionen bekommen Sie?
Erstaunlich viele – und erstaunlich viele positive. Auch lassen mir viele Hörerinnen und Hörer zusätzliche Infos schriftlich zukommen.

«Das ‹Talk Radio› ist für mich ein fantastischer Kontakt zur Aussenwelt»

Sie waren während der ganzen Pandemie praktisch immer im Homeoffice, auch beim Moderieren. Haben Sie die Aussenwelt nicht vermisst?
Natürlich. Wie alle anderen auch. Aber das «Talk Radio» ist für mich ein fantastischer Kontakt zur Aussenwelt mit laufend neuen Überraschungen. Und unsere Hörerinnen empfinden es offenbar ähnlich.

Sie sind nun selbst geimpft. Hat sich dadurch Ihr Lebensgefühl verändert?
Unbedingt. Es ist wie ein permanenter Adrenalinschub. Man fühlt als Geimpfter, dass das Ende des Tunnels viel näher kommt.

Glauben Sie, dass die ganze Krise nun langsam vorbei ist?
Leider nein. Es sind noch so viele Unwägbarkeiten zu besiegen. Dieses Virus mit seinen laufend neuen und heftigen Mutationen ist ein ganz heimtückisches Kerlchen.

In der Sendung «outen» Sie sich als Befürworter des Lockdowns. Ist dies bezüglich der Wirtschaftskrise, in die wir hineinschlittern, überhaupt noch gerechtfertigt?
Der Lockdown ist nur dort nötig, wo man die anderen Massnahmen vernachlässigt hat, von den Masken über das Testen und das Contact Tracing bis zum Impfen. Also all das was bei uns leider passiert ist. In Ländern, wo man schnell und konsequent gehandelt hat, musste man keinen Lockdown verordnen.

Wie wirkt sich die Krise bei Ihrem Radio aus?
Wir bemühen uns täglich, das spannendste, innovativste und inhaltsreichste Radio der Welt zu produzieren. Work in progress.

Wird die 100. Sendung anders als die anderen?
Im Vorfeld weiss man nie, was passieren wird.

Was war für Sie das prägendste Erlebnis der letzten Monate?
Dass nun alles politisch geworden ist und die Sachlichkeit und die Wissenschaft deshalb immer weiter in den Hintergrund gerückt ist. Wenn aber alles politisch ist, dann ist das das Ende der Politik. Das darf nicht passieren.



Was bedeutet die Corona-Pandemie für die verschiedenen Akteure der Schweizer Medien- und Kommunikationsbranche? Bis auf Weiteres wird persoenlich.com regelmässig eine betroffene Person zu Wort kommen lassen. Die ganze Serie finden Sie hier.



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