03.01.2010

SF

Neue Formate sollen Quote bringen

Krimi, Talkshow und Auslandmagazin geplant.

Das Schweizer Fernsehen macht sich Gedanken über seine Zukunft. So stünden die Verhandlungen mit dem deutschen Sender ARD über einen Einstieg bei der Kult-Krimiserie "Tatort" kurz vor dem Abschluss, wie die "NZZ am Sonntag" berichtet. Ab Herbst 2010 werde auch in der Schweiz am Sonntagabend ein "Tatort" ausgestrahlt. Unklar sei noch, wie viele Folgen die Schweizer selber beitragen. Als Schweizer Kommissar wird gemäss dem Blatt der Schauspieler Stefan Gubser zu sehen sein. Der 52-Jährige hat bereits in "Tatort"-Folgen aus Konstanz als Chef der Thurgauer Seepolizei mitgespielt.

Ein weiteres Erfolgsmodell schaut sich das Schweizer Fernsehen bei den deutschen Kollegen ab: 2008 strahlte ZDF die Serie "Die Deutschen" aus. Die Dokumentationen, die verschiedene Persönlichkeiten der deutschen Geschichte vorstellten, waren ein riesiger Publikumserfolg – sowohl am Fernsehen als auch als DVD-Reihe. Nun will SF eine Serie mit dem Namen "Die Schweizer" abdrehen, wie Fernsehdirektor Ueli Haldimann im Interview mit der "NZZ am Sonntag" sagt. Dabei sollen sechs bis acht Figuren der Schweizer Geschichte präsentiert werden.

Ebenfalls aus dem deutschen Programm kommt die Idee, am Sonntagabend eine wöchentliche Talkshow zu zeigen – die Gesprächsrunde mit Anne Will um 21.45 Uhr auf ARD ist über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Anders als bei Will jedoch würde die Schweizer Talkshow mit jeweils nur einem Gast stattfinden. Eine halbe Stunde lang soll der Moderator mit ihm diskutieren. Wie Haldimann in dem Interview klar macht, fehlte es bislang an einem guten Sendeplatz für ein entsprechendes Format.

Noch nicht ganz ausgereift sind Pläne für ein neues Magazin über Auslandthemen. In der Hauptausgabe der "Tagesschau", die verlängert worden ist, misst das Schweizer Fernsehen dem Ausland ein grösseres Gewicht bei als zuvor. Der neue Chefredaktor Hansruedi Schoch findet aber, dass dies nicht genügt. Unlängst sagte er in einem Interview, dem Schweizer Fernsehen würde "ein Auslandmagazin sehr gut anstehen". Ähnlich wie die Sendung "Eco", die über Wirtschaftsthemen berichtet, müsste das neue Magazin Zusammenhänge aufzeigen. Die Sendung könnte weitgehend von Korrespondenten bestritten werden; in Zürich würde nur eine kleine Hauptredaktion aufgebaut.


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