13.05.2009

Wanner

Neuer CEO soll vor Sommerferien bekannt sein

NZZ und Tamedia als mögliche Partner.

In einem Interview mit der "Mittelland Zeitung" hat sich Veleger Peter Wanner zum Geschäftsjahr 2008 und den Aussichten für das laufende Jahr der AZ Medien Gruppe geäussert. Wie bekannt ist, will Wanner als CEO zurücktreten und sucht einen Nachfolger. "Mein Ziel ist es, den neuen CEO noch vor den Sommerferien präsentieren zu können", so Wanner gegenüber der MZ. Er habe mit einem Headhunter eine Selektion der Kandidaten vorgenommen und vier Kandidaten würden der Findungskommission präsentiert werden. Wanner: "Sie stammen aus dem Mediensektor, aber auch aus anderen Branchen."

Als Verleger will Wanner noch ein paar Jahre weiter machen und sich dabei auf strategische Fragen konzentrieren. Ob er Jürg Schärer nach dessen Amtszeit als Verwaltungsratspräsident ablösen wird, sei noch nicht entschieden. Die Familientradition wird aber gewahrt, Peter Wanners 26-jähriger Sohn Michael soll an der Generalversammlung vom 5. Juni in den Verwaltungsrat gewählt werden.

NZZ und Tamedia als mögliche Partner

Die AZ Medien reden laut Wanner mit verschiedenen Verlagen über Kooperationsmöglichkeiten. "Alle Zeitungsverlage leiden unter sinkenden Einnahmen. Es wäre jedoch ein Riesenfehler, wenn sie vorwiegend bei den Redaktionen sparen würden", so Wanner. Das schmälere die Informationsleistung, was im Wettbewerb mit den Gratiszeitungen nicht zuträglich wäre. Laut Wanner können sich abonnierte Zeitungen nur von Gratispublikationen unterscheiden, wenn sie zur publizistischen Qualität Sorge tragen. Wanner scheint es sinnvoll, dass Zeitungen vermehrt Artikel austauschen.

Als möglichen Partner für eine Kooperation bei den Regionalzeitungen nennt Wanner die NZZ-Gruppe. Er sei aber pragmatisch und prüfe auch Vorschläge von anderer Seite. Er habe auch keine Berührungsängste gegenüber Tamedia, obwohl er bei der Lancierung des Gratisblattes "News" im Mittelland vom "totalen Zeitungskrieg" sprach. Inzwischen sei die Ausgabe ja wieder eingestellt worden. Einen Verkauf der AZ Medien schliesst Wanner kategorisch aus.

Inserateverkauf bald in Eigenregie?

Nicht zufrieden ist Peter Wanner mit der Vermarktungsleistung der Publicitas. "Die Erträge waren im vergangenen Jahr deutlich unter Budget, und daraus haben wir die Konsequenzen gezogen." Mit der PubliGroupe werden Gespräche über mögliche neue Formen der Zusammenarbeit geführt. Es werde auch der Aufbau einer eigenständigen Verkaufsorganisation geprüft. "Ende Juni entscheiden wir, ob wir Richtung Eigenregie gehen werden."

Wanner räumt ein, dass die tieferen Inserateeinnahmen auch auf die Wirtschaftskrise zurückzuführen seien. Im Vergleich habe die AZ Medien Gruppe aber stärker unter dem Inserateeinbruch gelitten als andere Medienunternehmen der Schweiz. "Das ist atypisch und gibt uns zu denken." Auch in den ersten Monaten des laufenden Jahres seien die Einnahmen bei allen Medienunternehmen nochmals gesunken. Wanner rechnet mit einem weiteren Rückgang, vor allem im Stellen- und Immobilienmarkt. "Alle Tageszeitungen müssen sich auf happige Einbussen gefasst machen."

--> AZ Medien: Geschäftsjahr 2008 mit Gewinneinbruch


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