26.05.2024

Konzessionsstreit

Neues Kapitel im Bündner Radiostreit

Lebruments nennen eine Firma in Radio Grischa AG um. Der Eintrag im Handelsregister ist wenige Tage alt. Damit reagieren die Bündner Verleger auf Roger Schawinskis Pläne, sein geplantes Radio Alpin umzubennen.
Konzessionsstreit: Neues Kapitel im Bündner Radiostreit
Aus Radio Grischa wurde Radio Südostschweiz – dennoch will Somedia den Namen nicht hergeben. (Bild: Keystone/Arno Balzarini)

Die Fehde zwischen Medienunternehmer Roger Schawinski und der Bündner Verlegerfamilie Lebrument geht in die nächste Runde. Im April berichtete SonntagsBlick über den Coup des Zürcher Herausforderers, der seinen neuen Sender in Chur Radio Grischa nennen will (persoenlich.com berichtete).

Die Lebruments hatten die regionale Traditionsmarke 2015 über Bord geworfen und ihren Kanal in Radio Südostschweiz umbenannt. Schawinski und sein Kompagnon Stefan Bühler berufen sich auf das Markenschutzgesetz, demzufolge der Anspruch auf einen Brand erlischt, wenn dieser während fünf Jahren keine kommerzielle Verwendung findet.

Jetzt schlagen die Angegriffenen zurück, wie der SonntagsBlick in seiner neusten Ausgabe berichtet: Der Verleger-Clan um Silvio Lebrument ist neuerdings im Besitz einer Firma namens Radio Grischa AG. Der Eintrag im Handelsregister datiert vom 22. Mai 2024. Wie daraus ersichtlich ist, wurde dafür nicht ein neues Unternehmen gegründet – die Eigentümer haben ihre bisherige Firma Obersee Nachrichten AG umbenannt. Ausserdem wurde der Geschäftssitz von Rapperswil-Jona nach Chur verlegt.

Schon im April kündigte Silvio Lebrument, Verwaltungsratspräsident und Geschäftsführer Medien von Somedia, in einem persoenlich.com-Interview an, für den Namen Radio Grischa kämpfen zu wollen: «Denn Radio Südostschweiz ist Radio Grischa. Der Markenname Radio Grischa ist fest verankert und wir nutzen ihn.» Schawinski konterte tags darauf: «Dass Somedia nun den Namen Radio Grischa nach unserem Löschungsantrag ausgegraben hat, ist mehr als peinlich.»

Ob das neuste Manöver nur als Buebetrickli in die Annalen eingehen wird oder tatsächlich den Angriff aus dem Unterland abwendet, wird sich laut SonntagsBlick weisen. (pd/cbe)


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