Der legendäre amerikanische Fernseh-Nachrichtenmoderator Walter Cronkite ist tot. Der hoch respektierte und überaus beliebte Journalist starb in New York im Alter von 92 Jahren. Das teilte der TV-Sender CBS News mit, dessen "Anchorman" Cronkite bis 1981 war.
Politiker und Kollegen würdigten Cronkite als "amerikanische Institution", als eine Ikone und einen Pionier, der die Rolle des Nachrichtensprechers zu einer journalistischen Kunst entwickelte. Geboren wurde er 1916 in St. Joseph im US-Bundesstaat Missouri. Cronkite machte sich zunächst einen Namen als Korrespondent der Nachrichtenagentur United Press - später bekannt als United Press International (UPI) - während des Zweiten Weltkriegs. Als einer der ersten Reporter berichtete er hautnah vor Ort inmitten der amerikanischen Streitkräfte über das Kriegsgeschehen in Europa.
Der Bevölkerung in den USA wuchs er jedoch hauptsächlich als Moderator der CBS-Abendnachrichten ans Herz. Von 1962 bis 1981 war er in dieser Rolle ein populärer Gast in Amerikas Wohnstuben, bekannt für seinen massvollen, ruhigen Ton. Seine Auftritte trugen ihm den Spitznamen "Onkel Walter" ein und auch den inoffiziellen Titel des Mannes, "dem in Amerika am meisten vertraut wird".
Cronkite konnte aber auch Gefühle zeigen: So sind seine Tränen bei der Berichterstattung über die Ermordung von Präsident John F. Kennedy 1963 ebenso Legende wie seine Begeisterung und Aufregung in der Stimme, als er vor 40 Jahren im Fernsehen die Landung der ersten Menschen auf dem Mond begleitete. Seine öffentliche Kritik am US-Militäreinsatz in Indochina soll das Ende des Vietnam-Krieges beschleunigt haben. Er berichtete auch über die Bürgerrechtsbewegung in den USA und über den Watergate-Skadal. Bekannte Sendereihen mit ihm waren "Man of the Week", "Pick the Winner" und "Evening News with Walter Cronkite". (sda)

