Der Streit zwischen Charles Poncet und der "Tribune de Genève" eskaliert. Zuerst zerrte Anwalt die Zeitung im Namen seines Mandanten Hannibal Gaddafi vor Gericht, nun geht er selbst gegen das Blatt vor. Poncet wirft der "Tribune" gemäss einem Bericht im "Sonntag" vor, sie habe in einer Artikel-Serie über seine Verstrickung in den Agnelli-Erbstreitfall Lügen über ihn verbreitet, die seinem Ruf geschadet hätten. Dies sei seiner Klage zu entnehmen, die der Zeitung vorliege. Konkret verlange Poncet 437'266 Franken Schadenersatz für entgangene Mandate sowie 20'000 Franken persönliche Wiedergutmachung. Die Genfer Zeitung schrieb, dass Poncet in Mailand wegen versuchter Erpressung beschuldigt werde.
Der Vorwurf wurde in Italien tatsächlich erhoben. Der italienische Anwalt Emanuele Gamna reichte am 16.Dezember 2009 eine Klageschrift beim Mailänder Gericht ein. Darin beschuldigt er neben Poncet auch die Tochter des verstorbenen Fiat-Königs Gianni Agnelli, Margherita Agnelli De Pahlen, und deren Ehemann Serge. Gamna behauptet in seiner Klage, dass die ihn unter Druck gesetzt hätten, indem sie ihn immer wieder auf seine "steuerlichen Probleme" angesprochen hätten, um von ihm eine Aussage zu erhalten. "Ich habe diese Rechtsschrift nie gesehen", sagt Poncet. Gamna wurde in der Zwischenzeit wegen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung verurteilt. Denunziert bei den italienischen Behörden wurde Gamna von Poncet. Dieser sagt heute: "Gamna ist ein Betrüger, der schon verurteilt wurde und der nun den Anwalt verunglimpfen will, der ihn zu Fall gebracht hat."

