Wie die UBS am Dienstag vermeldete, wird Peter Hartmeier ab dem 1. Juni die Leitung der Unternehmenskommunikation der UBS Schweiz übernehmen. Der ehemalige Chefredaktor des "Tages-Anzeiger" wird die Gesamtverantwortung für die Öffentlichkeitsarbeit und die interne Kommunikation innehaben. Gleichzeitig wechselt Christoph Meier, bisher Head Corporate Communications Schweiz, auf den Posten des Leiters des Bereichs Corporate Communications UBS Wealth Management. Dies umfasst die interne und externe Kommunikation des internationalen Vermögensverwaltungsgeschäfts und die internationale Medienarbeit aus der Schweiz heraus.
Peter Hartmeier stösst ab dem 1. Juni 2010 von der NZZ Gruppe zu UBS. Seit 2009 hat er als Präsident des Verwaltungsrates von Huber & Co. die verlegerische und publizistische Verantwortung für die "Thurgauer Zeitung" innegehabt. Zuletzt hatte er zusätzlich auch die Redaktion der Zeitung geführt. Ab 2001 war er während zwei Jahren Leiter der Unternehmenskommunikation des zweitgrössten Schweizer Verlages Tamedia, um dann für 7 Jahre als Chefredaktor die publizistische Verantwortung für den "Tages-Anzeiger" zu tragen.
Hartmeier hat unter anderem auch fünf Jahre lang den Verband Schweizer Presse geführt und war auch Herausgeber und Co-Chefredaktor des Wirtschaftsmagazins "Bilanz".
Im Interview mit "persoenlich.com" erklärt Peter Hartmeier diplomatisch, warum er in die Kommunikation der UBS wechselt, welche Bilanz er als Verleger im Thurgau zieht und wie er das Image der UBS aufpolieren möchte. Sprachlich hat er den Branchenwechsel bereits vollzogen:
Herr Hartmeier, Sie werden neuer Kommunikationschef der UBS. Was reizt Sie an der neuen Aufgabe?
Aufgrund des Aufgaben-Profils und vor allem der Gespräche, die ich mit den Herren der UBS geführt habe, werde ich alle meine Erfahrungen aus Medien, Kommunikation, Politik und Wirtschaft anwenden und umsetzen können.
Wie sind Sie zum Job gekommen? Über Herr Grübel oder Herr Villiger?
Über persönliche Gespräche mit verschiedenen Herren mit wem sage ich nicht.
Die UBS war in den letzten Monaten unter Beschuss. Ganz spontan: Wie wollen Sie das Image der UBS aufpolieren?
Die UBS ist gut unterwegs, hat aber eine schwierige Vergangenheit, die wir alle kennen. Vertrauensbildung ist eine langfristig und argumentativ angelegte Strategie. Und hat mit Wahrheit, Offenheit, Verschwiegenheit und Geschicklichkeit zu tun. Glaubwürdigkeit eines Unternehmens entwickelt sich aufgrund der handelnden Menschen, die in der Verantwortung stehen. Deshalb waren für mich die eingangs erwähnten Gespräche so wichtig. Aufgrund dieser Gespräche habe ich mit entschieden diese Aufgabe zu übernehmen: Ich habe Vertrauen in diese Bank, ihre Führung und den Menschen mit denen ich zusammenarbeiten werde. Folglich werde ich dieses Vertrauen zusammen mit meinen Kollegen und Kolleginnen auch der Öffentlichkeit weitervermitteln können.
Mit Ihnen verabschiedet sich wieder ein Top-Journalist aus der Branche. Ist es das Geld, das lockt?
Nein.
In letzter Zeit konnten Sie in der Doppelfunktion als Verleger und Chefredaktor frei schalten und walten. In Ihrer neuen Funktion müssen Sie fremde Entscheide kommunikativ begleiten. Genügt diese Aufgabe einem führungserfahrenen Peter Hartmeier?
Ich werde bei UBS in einer völlig anderen Unternehmensstruktur und grösse arbeiten als bisher. Ich werde hier viel lernen müssen.
Haben Sie Ihr Geld bei der UBS angelegt?
Nur sehr wenig bisher!
Was für eine Bilanz ziehen Sie nach Ihrer Tätigkeit im Thurgau?
Ich habe im Thurgau neue, echte, gute Freunde kennengelernt. Und ich sage dies, obwohl ich mit dem Begriff "Freunde" sonst eher zurückhaltend umgehe. Zudem habe ich mit den Kolleginnen und Kollegen in Redaktion und Verlag eng und kreativ zusammengearbeitet: Ich habe Hochachtung vor deren Temperament, Ideenreichtum und politischem Engagement. Zudem haben sie keine Scheu vor lebensnahen Themen. Ich habe viel Lebensfreude gespürt. Und ich habe das Lied "O Thurgau Du Heimat" singen gelernt.
Letzte Frage: Hätten Sie als ehemaliger Tamedia-Kader überhaupt bei der NZZ Gruppe bleiben können?
Ich habe die NZZ-Gruppe als fair und offen erlebt.
(Interview: Christian Lüscher)

