30.03.2010

AZ Medien

Peter Wanner spricht über Verlagspläne

Keine Berührungsängste gegenüber NZZ oder Tamedia.

Am Montag kommunizierten die AZ Medien einen hohen Verlust. Schuld sind Übernahmen, hohen Restrukturierungskosten, Abschreibungen und Wertberichtigungen. Im Interview mit der "Aargauer Zeitung" nimmt AZ-Verleger Peter Wanner zum schlechten Geschäftsgang Stellung: "Wir wurden auf dem falschen Fuss erwischt, denn viele Investitionen waren ausgelöst, als uns die Krise traf. Ich bereue aber keine, sondern hätte höchstens die eine oder andere etwas mehr gestaffelt."

Wanner will in diesem Jahr unbedingt wieder schwarze Zahlen schreiben. "Das Ziel ist, dass die Eigenkapitalquote rasch wieder auf 50 Prozent steigt. Das wird aber wahrscheinlich zwei Jahre dauern", gibt der AZ-Verleger bekannt. Nebst der Realisierung eines Sparprogramms müsse die Integration von Vogt-Schild und der Basel-landschaftlichen Zeitung vollendet werden. "Wir können hier noch Synergien herausholen, indem wir zentralisieren. Wir verlegen rückwärtige Dienste wie die Buchhaltung, die Satzherstellung oder die Informatik nach Aarau. Vor Ort bleiben die Redaktionen und die Verlags- und Verkaufsabteilungen", so Wanner.

Im Bereich Online will Wanner zügig vorwärts machen. "Wir haben Ideen. Zuerst müssen wir jedoch die Kosten senken, und erst in der zweiten Phase werden wir die nötigen Investitionen tätigen – wahrscheinlich aber nur mit Partnern." Dabei schliesst Wanner nicht aus, mit einem Zürcher Verlagshaus zu kooperieren. "Ich habe aber keine geografische Vorliebe." Interessant sind Wanners Äusserungen deshalb, weil er bis Herbst ein konkretes Ergebnis erwartet. Im Herbst will die NZZ Gruppe das Online-Projekt NZZ Netz lancieren, ein Konkurrenz-Verbund zum Newsnetz von Tamedia. Wanner: "Wir haben keine Berührungsängste gegenüber NZZ oder Tamedia."


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