Die Polemik um die Mohammed-Karikaturen weitet sich auf die Westschweiz aus. Diverse welsche Zeitungen publizierten einige der umstrittenen Zeichnungen. Der Genfer Moschee-Sprecher spricht von einer Kränkung und Demütigung der Moslems.
"Diese provokativen, vulgären, beleidigenden und obszönen Karikaturen kränken und empören alle Moslems, die Gott und den Propheten Mohammed lieben", kommentierte Hafid Ouardiri die Satiren am Donnerstagmorgen am Westschweizer Radio RSR.
Wer solches tue, mache das im vollen Wissen, damit Hass zu schüren, schob der Moschee-Sprecher im Verlauf des Tages in einem Communiqué nach. Wer für sich das Recht auf Meinungsfreiheit in Anspruch nehme, müsse trotzdem das Recht auf Respekt gewähren. Es sei doch nicht rückständig einfach nur Respekt zu verlangen.
Der Genfer Intellektuelle Tariq Ramadan versuchte derweil die Gemüter zu beruhigen. "Araber und Europäer sollten nun Weisheit zeigen", rief er in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur SDA die Kontrahenten auf, die Emotionen zu zügeln. An die Adresse der Moslems erklärte er, dass sie verstehen müssten, dass die politische und auch religiöse Satire im Westen eine lange Tradition habe. Diese reiche bis in die Aufklärung zurück.
Die Europäer auf der anderen Seite müssten sich aber bewusst sein, welche Wirkung die Karikaturen in der gesamten muslimischen Welt und nicht nur in radikalisierten islamischen Kreisen erzielten. "Diese Zeichnungen festigen den Eindruck, dass sich Europa gegenüber dem Islam jedes Recht herausnimmt", sagte er. Die hiesigen Medien müssten deshalb das Recht auf Meinungsfreiheit mit grösserer Sorgfalt anwenden, sagte er mit Blick auf verschiedene Zeitungskommentare in der Schweiz am Donnerstag.

