08.02.2010

wahlbistro.ch

Politkommentator Mark Balsiger lanciert Diskussionsforum

Plattform als Antwort auf Bashing-Kultur in Foren und Blogs.

Die Stadt Zürich und der Kanton Bern erhalten ein virtuelles Wahlbistro. "Es geht um gute und faire Debatten", sagt der Initiant von wahlbistro.ch, Mark Balsiger gegenüber "persoenlich.com". Der Dozent für Politik am MAZ und Co-Buchautor von "Wahlkampf in der Schweiz" sieht für sein Diskussionsforum ein grosses Bedürfnis. Für das Wahlbistro Zürich haben sich bereits 80 Personen registriert, für das Wahlbistro Bern sogar 210 Personen.

Im Gegensatz zu praktisch allen anderen Foren ist im Wahlbistro die anonyme Teilnahme nicht möglich. "Wer mitdiskutieren will, wird von uns zuerst telefonisch verifiziert. Diese Massnahme wirkt sich positiv auf die Qualität aus, weil jeder Teilnehmer mit seinem echten Vor- und Nachnamen auftritt", so Balsiger. "Das Wahlbistro ist die Antwort auf das anonyme Gefrotzel, das in Onlinemedien grassiert." Mitlesen können aber selbstverständlich alle, ob angemeldet oder nicht. Oberstes Ziel sei es, die Bürgerinnen und Bürger wieder näher an die Politik heranzuführen.

Kandidierende können auf wahlbistro.ch ihre Eckdaten (Listennummer, Wahlkreis, Website, Facebook-Profil, Twitter-Account, Smartspider) und ein Porträtfoto aufschalten. Mit durchdachten Kommentaren haben sie die Möglichkeit, sich schneller bekannt zu machen. Politisch Interessierte wiederum können die Debatten online mitverfolgen und mitdiskutieren.

Das Wahlbistro erlebte im Herbst 2008 bei den kommunalen Wahlen im Kanton Bern seine Feuertaufe. Dort verfolgte eine Mehrheit der Gäste die Debatten, ohne sich selber zu Wort zu melden, wie Mark Balsiger ausführt. Moderiert wird das Wahlbüro neben Balsiger auch vom Politkommentator und Sozialgeograf Michael Hermann. Die beiden Moderatoren lancieren Themen. Im Wahlbistro Zürich, das seit einer Woche online ist, läuft beispielsweise im Moment eine Debatte über den Mangel an Wohnraum. Eine zweite Debatte befasst sich mit der Zuwanderung der Deutschen.

Das Wahlbistro ist laut Balsiger ein Non-Profit-Projekt, das bewusst auf Werbung verzichtet: "Ich habe Freude an der Innovation, die das Wahlbistro darstellt. Es ist mein Beitrag auf die Bashing-Kultur, die in vielen Foren Einzug gehalten hat." Nach den Wahlen in Zürich und Bern werden die beiden Bistros wieder geschlossen. Das Diskussionsforum ist politisch neutral.


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