Nur ein halbes Jahr nach der letzten Preiserhöhung wurden die Verkaufspreise für Einzelexemplare der NZZ bereits wieder angehoben ("persoenlich.com" berichtete). Damit seien die Leser jemand, weil sie einen grösseren Anteil an den Kosten tragen, schreibt Kurt W. Zimmerman in der Weltwoche. Er glaubt, dass die Zeitungen nach den Inserenten auch die Leser als Kostenträger entdeckt haben.
Zimmermann betrachtet sich auch als Zeitungsleser und möchte deshalb so behandelt werden, "wie es sich für echte Kostenträger gehört". So möchte er nun auch kostenfrei an Konzerte, an ein Golfturnier eingeladen werden, gratis an Theaterpremieren und an diesen Anlässen von den Zeitungen mit Champagner bewirtet werden.
"Es gibt keinen Grund mehr, zu all diesen Feten nur die früheren Kostenträger aus der Werbung einzuladen", so Zimmermann, die seien vom Champagner sowieso schon übersäuert. "Nun sind wir an der Reihe, die Kostenträger der Neuzeit." Zimmermann fordert -- vom Champagner beflügelt -- als Leser auch, dass sich die Zeitungen in ihrem Auftritt wieder auf "uns Leser" ausrichten: "Schluss mit diesen unwürdigen Verbeugungen vor der Werbewirtschaft, diesen Kostenträgern der Vergangenheit!" Als Leser wolle man keine "dieser unsäglichen PR-Beilagen und Publi-Reportagen" mehr lesen.
Zimmermann verlangt von den Medienhäusern für die Leser auch Weinkisten und Pralinés zu Ostern und Weihnachten und gar ein Gratisabonnement, wie sie die Werber bekommen würden.

