29.04.2010

Studie

Pressefreiheit weltweit seit Jahren zunehmend eingeschränkt

Kritik am Iran, an Russland, Italien und Südafrika

Die Pressefreiheit ist nach einer US-Studie weltweit zunehmend von Einschränkungen betroffen. Im vergangenen Jahr sei die Arbeit von Journalisten vor allem im Iran im Zuge der Proteste nach der umstrittenen Präsidentenwahl deutlich behindert worden. Russland bleibe unverändert "eines der am meisten eingeschränkten und gefährlichsten Medienumfelder der Welt", heisst es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erhebung der US-Organisation "Freedom House". In Westeuropa gab es Kritik an Italien, wo ein zu grosser Einfluss der Regierung auf die Medien moniert wurde.

Insgesamt registrierte "Freedom House" für 2009 vor allem in der Region Naher Osten und Nordafrika, in Afrika südlich der Sahara sowie in Lateinamerika vermehrt eine Behinderung der Medien.

Südafrika vor WM nur

In Afrika etwa stufte die Organisation ihre Bewertung der Pressefreiheit für Südafrika oder Namibia von "frei" auf "teilweise frei" zurück. In Südafrika beginnt in eineinhalb Monaten die Fussball-Weltmeisterschaft. Madagaskar rutschte auf den Status "nicht frei" ab. In Lateinamerika war die Kritik vor allem an die Adresse Mexikos und Honduras' gerichtet, aber auch Ecuador, Nicaragua und Venezuela zählen zu den besonders schwierigen Arbeitsfeldern für Reporter.

Für die Region Naher Osten und Nordafrika wurde nur Israel eine freie Medienlandschaft attestiert. Nachdem das Land Anfang 2009 die Einschränkungen der Berichterstattung im Zuge des Gaza-Krieges zur Jahreswende 2008/2009 wieder aufgehoben hatte, stufte "Freedom House" die Pressefreiheit dort für 2009 wieder als "frei" ein.

Mehr Freiheiten in Asien

Fortschritte gab es demnach im asiatisch-pazifischen Raum. Hier hätten etwa Bangladesch oder Bhutan den Übergang von "nicht frei" zu "teilweise frei" geschafft, teilte Freedom House mit. In sechs weiteren Ländern habe es Verbesserungen für die journalistische Arbeit gegeben, wie etwa in Indien oder Indonesien, allerdings nicht in China.

Ganz oben auf der "Freedom-House"-Liste der Länder mit der unfreiesten Presse stehen für 2009 neben dem Iran Weissrussland, Kuba, Äquatorial-Guinea, Eritrea, Libyen, Burma, Nordkorea, Turkmenisten und Usbekistan. Insgesamt wurde die Arbeit von Journalisten in den vergangenen acht Jahren nach Einschätzung der Organisation jedes Jahr schwieriger. (sda)


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