26.06.2009

"Spiegel"

Print- und Online-Redaktion wird besser verzahnt

Kein gemeinsamer Newsroom.

Die "Spiegel"-Chefredaktoren Georg Mascolo und Mathias Müller von Blumencron wollen die Redaktion des Nachrichtenmagazins besser mit der von "Spiegel Online" verzahnen. "Jetzt ist es an der Zeit, die Zusammenarbeit zu intensivieren", sagte Blumencron in einem Interview mit dem Branchendienst kress. "Spiegel"-Redakteure sollen mehr als bisher Artikel für den Internet-Auftritt beisteuern. "Es gibt ein gewolltes Drängen von der Chefredaktion, das über die reine Freiwilligkeit hinausgeht", sagte Blumencron.

In einem internen "Leitfaden" für die Mitarbeiter schreiben die Chefs, die Kooperation führe dazu, "dass weder Tageszeitungen noch andere Internetmedien der Marke 'Spiegel' ihre Meinungsführerschaft streitig machen können." Es gelte, die "Themenhoheit" zu behalten. Einen gemeinsamen Newsroom schliessen Mascolo und Blumencron aber weiterhin kategorisch aus.

Das Signal kommt zu einer Zeit, in der auch der "Spiegel" wegen Anzeigenschwundes sparen muss. Möglichkeiten dazu gebe es "von der Reduzierung der Reisekosten bis hin zu der grundsätzlicheren Frage, in welcher Personalstärke wir künftig diese Redaktion und dieses Unternehmen betreiben", sagte Blumencron. "Für niemanden wird die Arbeit weniger, denn die Redaktion wird nicht wachsen", ergänzte Mascolo. Jeder Redakteur des Magazins solle "in der Lage sein, auch für andere Objekte zu schreiben".

An Gelegenheiten soll es nicht mangeln. Zuletzt erschienen "Spiegel Wissen" und "Spiegel Geschichte". "Wir haben zu lange gezögert mit diesen Heften", sagte Blumencron. Man werde künftig "viel ausprobieren". Mascolo bestätigte auf Nachfrage, dass ein "Spiegel" für Kinder noch in diesem Jahr getestet werden soll: "Es ist gut möglich, dass das Heft noch vor den Bundestagswahlen kommt."


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