Online-Piraterie wird neben der Musik- und Filmbranche auch ein zunehmendes Problem für Zeitungen und Zeitschriften. Weil immer mehr Webseiten Inhalte von Nachrichtenplattformen "stehlen" und auf ihre eigenen Seiten kopieren, versuchen die Medienunternehmen nun verstärkt dagegen vorzugehen. Vergangene Woche etwa kündigte die Associated Press an, künftig Warnungen gegen Copyright-Verstösse in ihren Artikeln einzubauen und illegale Nutzung aufzuzeichnen und nachzuverfolgen.
Das kalifornische Start-up-Unternehmen Attributor bietet nun einen "alternativen" Weg für die Printmedien, um ihren Content zu sichern. Attributor entwickelte ein automatisiertes System, worüber die Rechteinhaber an den Werbeeinnahmen der Seiten, die Inhalte übernehmen, mitverdienen können. Nach dem System von Attributor soll ein Teil der Werbegelder, die ansonsten an die jeweilige Seite, die den Inhalt übernommen hat, ausbezahlt worden wäre, stattdessen an die Urheber ausbezahlen. Um das umzusetzen braucht das Start-up allerdings die Kooperation der grossen Werbenetzwerke, wie etwa jene von Google oder Yahoo. Bislang zeigen diese jedoch kein besonderes Interesse. Immerhin konnte Attributor aber schon einige grosse Medienvertreter für seine Idee begeistern -- darunter Namen wie Reuters, Hearst und Condé Nast.
Derzeit haben die an Attributors Variante interessierten Unternehmen nur zugestimmt, über die ermittelten Daten nachzuverfolgen, inwiefern die Inhalte überhaupt unrechtmäßig verbreitet werden. Ob sie auch an dem Modell der Werbegeld-Aufteilung teilnehmen werden, soll erst später entschieden werden. "Wir sind im Probe-Modus", sagt Jim Pitkow, Chef von Attributor. "Wir werden nachweisen, dass Piraterie ein Thema ist und wir bieten eine Messskala. Danach bringen wir das Ganze an die Werbenetzwerke." (pte)

