27.10.2005

Studie

Privatsender punkten bei deutschen TV-Sehern

Kaum Programminnovationen.

RTL ist aus der Sicht des Publikums der sympathischste TV-Sender Deutschlands. Das geht aus dem aktuellen Sensor der Düsseldorfer Kommunikationsagentur Mediaedge:cia hervor. Für die repräsentative Untersuchung des MEC MediaLab werden regelmässig rund 1'300 Personen im Alter ab 14 Jahren persönlich befragt. Demnach punkten 2005 vor allem die privaten Sender beim deutschen Publikum. RTL löste erstmals bei der Sympathiefrage die ARD auf dem ersten Platz ab: 67 Prozent finden RTL, 63 Prozent die ARD besonders sympathisch. Auch ProSieben holt auf. Kaum ein Sender konnte jedoch bei Sympathie und Innovation die Werte des Vorjahres erreichen. Dennoch ist das Kaufinteresse bei der TV-Ausstattung fürs Heimkino gross: Vor allem TV Flatscreens sind angesagt.

"Insgesamt haben die privaten Sender gewonnen", so Stefan Ege, Managing Director TV bei Mediaedge:cia, im Gespräch mit pressetext. Allerdings sei dabei auch zu beachten, dass in diesem Jahr entsprechende TV-Events wie die Olympischen Spiele fehlten. Die ARD ist nach wie vor der wichtigste Sender für ein Drittel des deutschen TV-Publikums über 14 Jahre und damit vor allen anderen Sendern. Aber in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49 Jährigen hat RTL die Nase vorn: Während 33 Prozent aller TV-Zuseher die ARD als wichtigsten Sender nennen, kommt das Erste bei den 14- bis 49-Jährigen nur auf 20 Prozent (Vorjahr: 23,5 Prozent). Für 23 Prozent ist hier RTL die Nummer eins (Vorjahr: 28,4 Prozent). RTL konnte 2005 vor allem bei Frauen punkten.

Im Gegensatz zu RTL und ARD gewinnt ProSieben bei unter 50-Jährigen an "Wichtigkeit" und holt von 9,8 Prozent im Vorjahr auf 13 Prozent auf. Auch Vox legt von nur 1,4 Prozent auf immerhin 3,8 Prozent zu. Sat.1 und das ZDF schwimmen gegen den Strom: Während der Privatsender (7,6 Prozent) an Wichtigkeit für die Zuseher verliert, konnte das ZDF (sieben Prozent) aufholen. Müssten die Deutschen sich auf nur fünf Sender beschränken, würden drei Viertel RTL dabei haben. Die ARD, Sat.1 und ZDF wären bei rund zwei Drittel dabei, ProSieben und ein drittes Programm bei jeweils 44 Prozent.

Bei der Sympathie übernimmt RTL (67 Prozent) erstmals auch bei allen Sehern die Führung vor der ARD (63 Prozent). In der werberelevanten Zielgruppe ist die Entwicklung zugunsten der Privatsender noch deutlicher: RTL führt bei den unter 50-Jährigen vor ProSieben, Sat.1 und Vox. ZDF und ARD finden nur jeweils 49 Prozent "besonders sympathisch" (Platz vier und fünf). In der Kategorie "innovativ und modern" sieht es für die öffentlich-rechtlichen Sender schlecht aus. Selbst beim gesamten Publikum führen hier die Privaten, allen voran erneut RTL.

Kaum ein Sender ereichte bei Sympathie und Innovation die Werte aus dem Vorjahr. Ege sieht darin aber keine TV-Müdigkeit der Deutschen. Die TV-Nutzung insgesamt sei ja gestiegen. Eher könnte man von fehlenden Innovationen beim Programm sprechen. "In diesem Jahr wurden offenbar nicht so viele spannende und interessante Neuerungen wie im Vorjahr gezeigt", so Ege gegenüber pressetext. Dadurch werde das TV-Programm "weniger enthusiastisch beurteilt".


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen