02.03.2009

Radio DRS

Projekt "Medienkonvergenz" stösst auf wenig Zuspruch

Widerstand gegen die Fusion von Radio DRS und Schweizer Fernsehen.

Die SRG berät seit Anfang 2008 unter dem Titel "Medienkonvergenz" über die Fusion von Radio und Fernsehen ("persoenlich.com" berichtete). Das Schweizer Syndikat Medienschaffender (SSM) fordert die SRG in einer Stellungnahme dazu auf, beim Projekt der Zusammenlegung von Radio und Fernsehen einen Zwischenhalt einzulegen. Grund: Zahlreiche Mitarbeiter befürchten, dass das Schweizer Fernsehen bald über das Radio dominieren würde. Wie die "NZZaS" schreibt, sei inzwischen zu den Radiomitarbeitern durchgesickert, dass der SRG-Verwaltungsrat am 18. März über das Projekt entscheidet.

Unter den zur Auswahl stehenden Modellen tendiere SRG-Generaldirektor Armin Walpen offenbar zu einer weitgehenden Zusammenführung, wobei er auf eine Aufhebung der Radiostudios in Bern und Basel einstweilen verzichte. Die Fusion umsetzen soll Ingrid Deltenre, die Direktorin des Schweizer Fernsehens. Sie sei auch erste Anwärterin auf die Position der Regionaldirektorin, die künftig Radio und Fernsehen in der Deutschschweiz führen soll, was den vielen Mitarbeitern von Radio DRS nicht gefällt.

Gegen eine Fusion der Administrationen und der Internetauftritte habe kaum jemand etwas einzuwenden, schreibt die "NZZaS". Eine Zusammenlegung der Redaktionen sei aber heikel. Radio DRS arbeitet mit Fachredaktionen, welche die einzelnen Sendungen beliefern; beim Schweizer Fernsehen hingegen hat jede Informationssendung eine eigene Redaktion. Wenn die Fachredaktionen mit ihren gründlichen Dossierkenntnissen aufgelöst würden, sinke das Niveau von Radio DRS – dies die Befürchtung der Radiojournalisten.

Die Gewerkschaft SSM fordert nun die grundsätzliche Beibehaltung der Selbständigkeit von Radio und Fernsehen. Synergien und Kooperationen von Radio und Fernsehen könnten geprüft werden, aber nicht unter der Leitung der Fernsehdirektorin. Bevor die SRG weitreichende Beschlüsse fälle, solle eine breite Debatte über die verschiedenen Modelle der Zusammenführung von Radio und TV geführt werden. (Quelle: NZZaS)


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