Der österreichische Medienmanager Peter Kölbel ist vom Geschäftsführer des Deutschen Depeschen Dienst (ddp) Lutz Schumacher wegen Verdachts auf Geldwäscherei angezeigt worden, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Schumacher vermutet, Kölbel habe eine Überweisung von 500'000 Euro an den ddp mit Geld des Kärntner Investors Hanno Soravia getätigt.
Ursprünglich hatte der dpa-Konkurrent ddp verlauten lassen, das Geld stamme von einem Investor, der nicht öffentlich genannt werden wolle. Peter Kölbel kümmert sich im Dienste von Soravia um die beiden Sender TV München und TV Berlin. Soravias Kanal 1 GmbH gehört zur Hälfte auch der Schweizer Privatsender U1.
Nun will sich der ddp gemäss SZ von den österreichischen Geldgebern trennen. Anlass sei ein Beitrag in der neuesten Ausgabe von Focus, in welchem Kölbel als "bevollmächtigter Vertreter" der Liechtensteiner Treuhandfirma Mitsui Securities Eastern Europe Fund AG aufgeführt wird, die trotz eines EU-Embargos Geschäfte mit der Familie des serbischen Ex-Diktators Slobodan Milosevic gemacht habe. Dieselbe Treuhandfirma hat für die Betreiberin von U1, die Kanal 1 TV AG, sämtliche Anlaufverluste übernommen. Von diesen Kontakten habe man bei Vertragsabschluss mit Kölbel nichts gewusst, erklärte ddp und gab die Strafanzeige bekannt.

