04.03.2009

Edipresse

Publigroupe zieht sich mittelfristig aus Verlag zurück

Rohner will 20-Prozent-Anteil verkaufen.

Die Fusion von Tamedia und Edipresse wird zu tiefen Änderungen im Geschäftsmodell der Publigroupe führen. Dies erklärte CEO Hanspeter Rohner am Mittwoch in einem Interview. Die Werbevermarkterin will ihren 20-Prozent-Anteil an Edipresse verkaufen. Diese Beteiligung habe keinen strategischen Wert mehr, begründete Rohner die Absicht in dem Interview mit der Tageszeitung "Le Temps" vom Mittwoch. "Wir stehen aber nicht unter Druck und können die Anteile noch einige Zeit halten", sagte er weiter.

Entscheidender für die Zukunft der Publigroupe sind laut Rohner die Auswirkungen der aktuellen Wirtschaftskrise. Edipresse und Tamedia sollen im laufenden Jahr immer noch 300 Millionen Franken zum Umsatz der Publigroupe beitragen. Im nächsten Jahr, wenn Edipresse die Anzeigen und Inserate wieder selber vermarktet, werden es noch 200 Millionen Franken sein. Publigroupe steht laut Rohner in Gesprächen mit anderen Zeitungs-Verlegern. Zurzeit verhandelt die Publigroupe-Tochter Publicitas mit dem "St. Galler Tagblatt" und der "Neue Luzerner Zeitung" über die Verträge. Beide gehören der "Neuen Zürcher Zeitung".

Der Werbemarkt ist zurzeit auf Schrumpfkurs. Pro Monat gingen die Werbeerträge um 20 bis 30 Prozent zurück. Halte diese Entwicklung bis 2010 an, könnten die Medien in den derzeitigen Strukturen nicht mehr überleben, erklärte der Publigroupe-Chef. Es seien aber nicht alle Zeitungen gleich stark von der Krise betroffen. Lokalzeitungen hielten sich besser und verzeichneten rückläufige Erträge von "nur" 3 bis 5 Prozent. Dagegen litten regionale oder überregionale Zeitungen viel stärker. (sda)


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