Die neuesten Mediapulse-Zahlen zeigen: Die Radiosender der SRG haben seit dem UKW-Aus schweizweit rund eine halbe Million Hörerinnen und Hörer eingebüsst (persoenlich.com berichtete). Der Rückgang trifft die SRG besonders im Sponsoring-Geschäft. Werbung ist im Radio laut Gesetz verboten – finanziert wird das Programm hauptsächlich durch die Medienabgabe, aber auch durch Programm-Sponsoring.
«Sinkende Reichweiten in einem rückläufigen Markt fordern die SRG im Sponsoring-Bereich kontinuierlich heraus», so SRG-Mediensprecherin Gianna Blum auf Anfrage von persoenlich.com. Die Preise würden jährlich überprüft.
Auf die Frage, ob der Abschlag 2026 höher ausfallen wird als in den Vorjahren, bleibt die Medienstelle vage. «Die Reichweitenentwicklung spielt bei der Preisgestaltung eine wesentliche Rolle. Sie wird bei der Festlegung der Sponsoring-Preise neben anderen Faktoren berücksichtigt. Dies wird auch für 2026 der Fall sein», so Blum.
Konkrete Zahlen nennt die SRG nicht. Faktisch deutet alles darauf hin, dass Sponsoring-Plätze bei SRF 1, SRF 3 & Co. im nächsten Jahr günstiger werden.
Privatradios profitieren – Kunden auch
Auch die Radiovermarktung spürt die Verschiebung. «Das UKW-Aus der SRG hat den Privatradios mehr Aufmerksamkeit gebracht, weil ein Teil des Publikums nun aktiv nach Alternativen sucht», so Hans Lackner, Director Operations und stellvertretender Managing Director bei Swiss Radioworld, auf Anfrage. «Erfreulich ist zudem, dass die Gesamtreichweite des Mediums Radio trotz der UKW-Abschaltung stabil bleibt. Die privaten Radiostationen konnten den überwiegenden Teil der verlorenen Hörerinnen und Hörer der SRG auffangen – ein klares Zeichen dafür, dass die Privatradios einen hervorragenden Job machen. Wir beobachten den Markt und das Hörverhalten sehr genau.»
Für Werbekunden entstehe jetzt eine «spannende Ausgangslage», so Lackner weiter: «Die Reichweite der Privatradios steigt und mit ihr die Relevanz als nationaler Werbekanal. Werbebotschaften können noch breiter und wirkungsvoller ausgespielt werden. Für nationale Marken bietet sich jetzt die Chance, ihre Präsenz im privaten Radiomarkt strategisch auszubauen.»
Konkrete Preissteigerungen gebe es aber vorerst nicht, so Lackner: «In Bezug auf den nationalen Werbemarkt sind noch keine signifikanten Umsatzsteigerungen ersichtlich. Sollte sich die aktuelle Leistung auf diesem Niveau stabilisieren, erwarten wir punktuelle Tarifanpassungen frühestens ab 2026.» Gewinner seien aktuell die Werbekunden. «Es war schon lange nicht mehr so attraktiv, Radiowerbung zu buchen.»
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17.07.2025 07:24 Uhr

