13.09.2005

Studie

Radio-Musikquoten ohne Einfluss auf Verkauf

Umsätze für nationale Popmusik auch ohne Quoten.

Die europaweite Studie "Musikquoten im euro-päischen Radiomarkt“ der Berliner Medienberatung Goldmedia widerlegt die Annahme, Radioquoten für einheimische Musiktitel hätten einen direkten Einfluss auf den Absatz von Tonträgern nationaler Künstler.

Im Sommer 2004 fand in Deutschland erneut eine lebhafte Diskussion über die Einführung einer Musikquote für deutsche Künstler auf öffentlich-rechtlichen und privaten Radiopro-grammen statt. Musiker und Plattenindustrie beklagen schon seit Jahren, dass Radiostationen die einheimischen Künstler nicht genügend unterstützen, dadurch ihren kommerziellen Erfolg behindern und somit auch Newcomer keine Chance erhalten.

Goldmedia hat eine übergreifende Analyse der bestehenden Quotenregelungen für einheimische Musik und neue Künstler auf nationalen Radioprogrammen in Europa erarbeitet. Im Zentrum der Untersuchung, die vom Schweizer Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) unterstützt wurde, stand die Frage, ob Musikquoten im Radio den kommerziellen Erfolg des inländischen Repertoires nachweisbar positiv beeinflussen können und welche anderen Faktoren für den Erfolg einheimischer Interpreten und Musikgruppen von Bedeutung sind.

Musikquote ist nicht gleich Musikquote

Um das einheimische Repertoire bzw. die Kultur in der eigenen Sprache zu fördern, haben sich europaweit ganz verschiedene Ausprägungen von Musikquoten und/oder Selbstverpflichtungen etabliert. Regulierungen der unterschiedlichsten Art gibt es in rund 20 Ländern Europas.

Wie die Studie zeigt, sind die Musikquoten für einheimische Produktionen jeweils nur als landesspezifische Regelungen zu bewerten und wenig geeignet, Beispielfunktionen für andere Länder zu erfüllen.

Radio ist noch immer ein wichtiges Medium, Musiktitel bekannt zu machen. Ob junge einheimische Bands kommerziell erfolgreich sein können, hängt jedoch von einer Vielzahl weiterer Faktoren und Rahmenbedingungen ab. Dies zeigen Länder wie Finnland, Griechenland oder Italien. Aber auch Deutschland und Grossbritannien sind mittlerweile ein Beweis dafür, dass inländische Rock- und Pop-Musik ohne Musikquoten erfolgreich sein kann.

In einigen Ländern generieren inländische Künstler teilweise auch ohne Quote oder Selbstverpflichtung über 50 Prozent des gesamten Tonträgerumsatzes. Diese Länder zeichnen sich durch eine starke Bindung der Bevölkerung zur eigenen Sprache und Kultur aus und sie verfügen zumeist über individuelle, landestypische Musikstile. Dafür stehen neben Frankreich mehrere Länder Skandinaviens und Osteuropas sowie auch Griechenland.

Fazit


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