Die kleinste SRG-Unternehmenseinheit, Radio e Televisiun Rumantscha (RTR), hat letztes Jahr den Gürtel enger schnallen müssen. Sparmassnahmen im Umfang von 750'000 Franken wurden beim rätoromanischen Radio und Fernsehen ergriffen. Gespart wurde in Administration und Produktion. Damit das aktuelle Programmangebot bis 2015 bestehen könne, sei RTR jährlich auf zusätzlich 1,2 Millionen Franken angewiesen, sagte Direktor Mariano Tschuor am Dienstag in Chur. Ein Ausbau des Fernsehprogramms sei dabei noch nicht berücksichtigt und im Moment kein Thema.
Das Radio- und Fernsehprogramm von RTR kostet 21 Millionen Franken pro Jahr. Um den Programmauftrag zu erfüllen, seien mittelfristig 23 Millionen Franken nötig, sagte Tschuor weiter. Vorgestellt wurde am Dienstag das neue RTR-Projekt mit dem Titel "Las-Alps- infoteca". Geplant ist, in Chur ein Kompetenzzentrum für die Medien in den Alpen einzurichten.
"Las-Alps-infoteca" soll Themen bearbeiten, welche die Menschen im ganzen Alpenbogen beschäftigen. Vorgesehen ist der Aufbau eines Netzwerks, um diese Themen einem internationalen Publikum anzubieten. In einem zweiten Schritt soll "Las-Alps-infoteca" selbst journalistische Produkte produzieren.
RTR lanciert das Projekt, die Organisation allerdings muss noch gegründet werden. Im November soll die Informationsplattform an einer Tagung in Chur in allen Details vorgestellt werden. RTR-Chef Tschuor betonte, das Projekt werde nicht mit Gebührengeldern finanziert. Es müssten Partner gefunden werden, um eine Trägergesellschaft zu gründen. (sda)

