23.05.2019

Tamedia

Rechtsstreit mit Carl Hirschmann beigelegt

Im «Tages-Anzeiger» ist am Donnerstag eine Entschuldigung an die Adresse des Zürcher Jetsetters erschienen. Dieser zeigt sich in einem Communiqué zufrieden. Über den Inhalt des Vergleichs wurde Stillschweigen vereinbart.
Tamedia: Rechtsstreit mit Carl Hirschmann beigelegt
Carl Hirschmann, hier 2011 vor dem Zürcher Bezirksgericht, hat sich mit Tamedia geeinigt. (Bild: Keystone/Walter Bieri)
von Christian Beck

«Entschuldigung» – dies steht über einem kurzen Artikel auf Seite 17 der «Tages-Anzeiger»-Ausgabe vom Donnerstag. Etwas prominenter war die Platzierung in der Printausgabe von «20 Minuten». Der Tagi und andere Publikationen der Tamedia-Gruppe hätten von November 2009 bis Januar 2012 zahlreiche Berichte über Carl Hirschmann publiziert, heisst es dazu.

Das Bundesgericht hat 2017 entschieden, dass mit dieser Berichterstattung die Persönlichkeit Carl Hirschmanns verletzt wurde (persoenlich.com berichtete). «Die Tamedia AG entschuldigt sich bei Carl Hirschmann für diese Persönlichkeitsverletzungen», heisst es im Sorry-Artikel, der ebenfalls online publiziert wurde.

Die Entschuldigung erschien nebst Deutsch auch in einer französischer Version. Warum? Und erfolgte die Entschuldigung auf Anordnung des Gerichts? Auf diese und weitere Fragen von persoenlich.com antwortete Tamedia: «Tamedia hat den Rechtsstreit mit Carl Hirschmann mit einem Vergleich beigelegt. Die Parteien haben über den Inhalt des Vergleichs Stillschweigen vereinbart. Tamedia begrüsst es, dass unter den mehrjährigen Konflikt ein Schlussstrich gezogen werden konnte.»

Auch Hirschmann zeigt sich in einem kurzen Communiqué zufrieden, «dass sich nach Ringier jetzt auch Tamedia bei mir entschuldigt hat und damit ein jahrelanger Rechtsstreit beigelegt werden konnte.» Ringier entschuldigte sich bereits 2012.

«Eine Frage des Anstands»

Fehlleistungen seien trotz aller Bemühungen «leider nicht zu 100 Prozent vermeidbar», sagte Tamedia-Verleger Pietro Supino letzte Woche an der Verleihung des Zürcher Journalistenpreises im Kaufleuten. «Wenn es zu Fehlern kommt, ist umso wichtiger, dass sie baldmöglichst und bestmöglich korrigiert werden und dass die Organisation daraus lernt», so Supino in seiner Rede, die auch online veröffentlicht wurde.

«Wenn es eine Fehlleistung und damit Grund für eine Entschuldung gibt, ist die Fähigkeit, sich zu entschuldigen, nicht nur eine Frage des Anstands, sondern auch der Intelligenz», sagte Supino weiter. Die Glaubwürdigkeit sei das grösste Kapital von Tamedia, und das Wissen darum habe präventive Wirkung.

 

 



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