04.11.2005

20 Minuten

Redaktionelle "Unterbrecherwerbung"

Journalistische Richtlinien kaum berücksichtigt.

Einmal mehr machen die Betreiber des Pendlerblogs auf eine Vermischung von redaktionellem und kommerziellem Inhalt in 20 Minuten aufmerksam. In der Donnerstagsausgabe unterbricht eine Ricola-Werbung gleich mehrere Artikelstrecken. Vor dem Einfallsreichtum der Anzeigenverantwortlichen ziehen die Pendlerblogger zwar ihren Hut. Doch auch sie kennen die journalistische Richtlinie des Presserates: "Die Trennung zwischen redaktionellem Teil bzw. Programm und Werbung ist optisch und begrifflich klar zu kennzeichnen."

20 Minuten ist nicht zum ersten Mal ertappt worden: So kann auf der Pendlerblog-Homepage nachverfolgt werden, welche Firmen immer wieder ohne Kennzeichnung im redaktionellen Teil des Gratisblatts inserieren dürfen. Da sich die User für eine gerechtere Welt einsetzen, haben sie einen offenen Brief an die SBB geschickt, die in der obengenannten Zeitung oft vertreten ist. Mit Erfolg, wie sie festhalten: Seitdem sie den Brief geschrieben haben, hätte die SBB ihre ganzseitigen Anzeigen ab und zu als Publireportage gekennzeichnet. Leider aber sei der Vermerk in der Zwischenzeit wieder vergessen worden.


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