Die bernische Kantonsregierung hat wegen Artikeln in der Zeitung "Der Bund" zur Zukunft des Hauptbahnhofs Bern beim Schweizer Presserat eine Beschwerde eingereicht. Die Berichte seien unfair und schädigten unnötigerweise den Wirtschaftsstandort Bern. Konkret wirft die Regierung dem "Bund" vor, wiederholt und mehrfach gegen die Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten verstossen zu haben, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst.
So habe die Zeitung etwa den Eindruck erweckt, die Planungsverantwortlichen hätten erst auf Druck der Bundesbehörden hin eine externe Expertise zum geplanten Ausbau des Bahnhofs für rund eine Milliarde Franken in Auftrag gegeben. Dabei habe sie der Kanton Bern von sich aus eingeholt.
Der Chefredaktor des "Bund", Artur K. Vogel, sagte auf Anfrage, sobald sich der Presserat an den "Bund" wende, werde dieser via Rechtsabteilung der neuen Besitzerin Tamedia AG Stellung nehmen. Klar sei, dass der "Bund" über die Berner Politik in gleichem Mass wie bisher kritisch berichten werde. (sda)

