06.11.2017

Paradise Papers

Reporter erklären ihre Recherche

13,4 Millionen Dokumente wurden der «Süddeutschen Zeitung» zugespielt. In einem Video erklären die Journalisten nun ihr Vorgehen.

Für die Paradise Papers haben weltweit 381 Journalisten 13,4 Millionen Dokumente ausgewertet (persoenlich.com berichtete). Die Daten wurden der «Süddeutschen Zeitung» zugespielt, welche im April 2016 bereits die Berichterstattung zu den Panama Papers initiiert hatte. Die Zeitung teilte die Daten mit dem International Consortium of Investigative Journalists (ICIJ) und weiteren Redaktionen. Zur Quelle und deren Motivation, die Dokumente zu veröffentlichen, macht die «Süddeutsche» keine Angaben.

In einem ausführlichen Video erklären die Reporter der «Süddeutschen Zeitung» ihr Vorgehen. Anders als bei den Panama Papers würden die Paradise Papers aus mehreren Leaks mit sehr unstrukturierten Daten bestehen, sagt Frederik Obermaier darin. «Es war schwierig eine Systematik dahinter zu entdecken und den Fall chronologisch durchzurecherchieren». Seine Kollegin, die Datenjournalistin Vanessa Wormer, fügt an: «Wir haben festgestellt, dass die Unterlagen teilweise nur Ausschnitte enthalten und die Fälle nicht vollständig in den Daten zu finden waren.» Aus diesem Grund hätten sie stark ausserhalb der Papers recherchieren müssen, um am Schluss viele Puzzleteile zusammenzusetzen.

Wormer erwähnt zudem die Software Linkurious, womit die Journalisten die Daten visualisieren konnten. Dies sei hilfreich gewesen, um die Verbindungen der weitverzweigten Netzwerke auszuwerten. Bei den Paradise Papers gebe viel mehr Querverbindungen zwischen Firmen und Privatpersonen in verschiedenen Ländern als die Panama Papers im letzten Jahr. Nebst Obermaier und Wormer äussern sich im Video auch Bastian Obermayer und Nicolas Richter zur ihrer Arbeit an den Papers.

Als einziges Schweizer Medienhaus in der Recherche involviert war Tamedia mit dem Rechercheteam von «Tages-Anzeiger», «SonntagsZeitung und «Le Matin Dimanche». Oliver Zihlmann leitete die monatelange Recherche hier in der Schweiz. (wid)


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