Medien konzentrieren sich in ihrer Berichterstattung aus Krisengebieten auf Fakten und vernachlässigen oft Analyse und Hintergrundinformation. Zu diesem Schluss kommt das 9. Medienforum Ost-West unter Teilnahme von Vertretern aus Medien und Politik.
Es würde nicht reichen, nur bei speziellen Vorkommnissen vor Ort zu sein, schlossen die Referenten unter der Moderation von Forums- Präsident Erich Gysling am Montagabend. Sie forderten eine kontinuierliche und präventive Berichterstattung. Damit könnte auch ein Beitrag zur Konfliktverhinderung geleistet werden, heisst es in einer Mitteilung des Forums vom Dienstag.
Journalisten in Konfliktregionen seien in Gefahr, von den Parteien für ihre Zwecke missbraucht zu werden. "Die Wahrheit wird immer relativer", sagte Ulrich Tilgner, zuletzt Korrespondent für SF DRS und ZDF in Bagdad. Journalisten müssten aber auch dem Produktionsdruck standhalten. Selbst wenn die Zentrale auf eine Story poche, sollten Medienschaffende sich davor hüten, die Berufsregeln zu verletzen.
Schliesslich wurde auch die Rolle der Journalisten als Kombattanten diskutiert, ebenso die Frage, ob die so genannten "embedded journalists" ("eingebettete Journalisten$2) bei der amerikanisch-britischen Irak-Invasion das Rollenbild der Medienschaffenden verändert haben.

