21.08.2003

Tamedia

Rot geschrieben, schwarz gemalt

Halbjahresverlust ausgewiesen, Ganzjahresverlust erwartet.

Tamedia weist für das erste Halbjahr 2003 einen Verlust von 3.8 Mio. Franken aus. Der Betriebsertrag (Umsatz) nahm um 13.5 Prozent auf 290.6 Mio. Franken ab und das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) reduzierte sich um 74.3 Prozent auf 11.8 Mio. Franken (Vorjahr: 45.9 Mio. Franken). Begründet wird das Ergebnis mit "konjunkturbedingtem Rückgang des Werbevolumens" sowie dem "nochmals deutlichen Einbruch bei den Stelleninseraten".

Die im Juni bekanntgegebene Neustrukturierung des Bereichs Zeitschriften wirke sich erst ab kommendem Jahr schrittweise kostensenkend aus, heisst es im Communiqué. Die für die Jahre 2003 bis 2005 garantierten Leistungen von 9.3 Mio. Franken für die betroffenen Mitarbeitenden sowie "weitere Restrukturierungsaufwendungen" von 2.1 Mio. CHF seien vollumfänglich dem Ergebnis des ersten Halbjahres 2003 belastet worden. Abklärungen von "persoenlich.com" haben ergeben, dass dieses Vorgehen offenbar vom Rechnungslegungsstandard IAS vorgeschrieben wird.

Tamedia geht für das zweite Halbjahr 2003 nicht von einer Erholung der Wirtschaft aus, wie es weiter heisst. Die Analysen zur Optimierung des Bereichs Zeitungen und des Overheads würden im zweiten Halbjahr 2003 abgeschlossen. Tamedia rechnet für das Gesamtjahr 2003 mit einem Verlust.

Zeitungen

Der Rückgang bei den kommerziellen Anzeigen, den Rubrikinseraten und dem Stellenmarkt führte im Bereich Zeitungen erneut zu einem starken Umsatzrückgang. Der Betriebsertrag sank im ersten Halbjahr 2003 um 17.7 Prozent auf 175.9 Mio. Franken. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) reduzierte sich um 57.4 Prozent auf 23.3 Mio. Franken.

Stark betroffen sei der Tages-Anzeiger (inkl. Stellenanzeiger und Alpha) gewesen, dessen Halbjahresumsatz um 21.0 Prozent auf 110.4 Mio. Franken zurückging. Die SonntagsZeitung hat den Umsatz um 1.8 Prozent auf 38.5 Mio. Franken gesteigert. Die Finanz und Wirtschaft weist einen um 23.8 Prozent auf 10.8 Mio. Franken gesunkenen Umsatz aus, die Einbusse sei im Wesentlichen auf den Rückgang im Anzeigenmarkt zurückzuführen. Der Umsatz des ZürichExpress -- inzwischen wieder Tagblatt der Stadt Zürich -- sank um 30.6 Prozent auf 8.9 Mio. Franken.

Zeitschriften

Der Umsatz im Bereich Zeitschriften ging um 9.2 Prozent auf 51.5 Mio. Franken zurück. Der EBITDA verschlechterte sich "aufgrund der Belastungen im Zusammenhang mit der Neustrukturierung des Bereichs" auf Minus 7.5 Mio. Franken

Die Frauenzeitschrift annabelle erzielte einen um 1.3 Mio. Franken (-8.5 Prozent) tieferen Umsatz von 14.4 Mio. Franken. Facts weist im Vergleich zum Vorjahr einen um 3.0 Mio. Franken (-17.3 Prozent) auf 14.4 Mio. Franken reduzierten Umsatz aus. Bei der Schweizer Familie wirkte sich die Übernahme der Adressen der Meyer’s-Abonnenten positiv aus. Der Umsatz von 17.6 Mio. Franken konnte mit einem leichten Plus von 0.1 Mio. Franken (0.4 Prozent) gegenüber der Vorjahresperiode gehalten werden.

Elektronische Medien

Die Elektronischen Medien konnten den Umsatz im ersten Halbjahr um 53.4 Prozent auf 17.0 Mio. Franken steigern. Auch der negative EBITDA konnte gegenüber dem Vorjahreswert um 67.1 Prozent deutlich verringert werden. Das Minus beläuft sich noch auf 2.8 Mio. Franken.

Die Aktivitäten von Radio 24 und TeleZüri generierten in den ersten sechs Monaten einen um 1.7 Mio. Franken höheren Umsatz von 10.6 Mio. Franken (+ 18.4 Prozent). Das seit vergangenem Herbst zu Tamedia gehörende Radio Basilisk steuerte im ersten Halbjahr 2003 einen zusätzlichen Umsatz von 3.9 Mio. Franken bei. Bei den Online-Aktivitäten nahm der Umsatz um 0.4 Mio. Franken (20.5 Prozent) auf 2.5 Mio. Franken zu.

Services

Im Bereich Services sind gemäss Communiqué vor allem Druck und Vertrieb, auch für Dritte, zusammengefasst. Auch hier hinterliess die konjunkturelle Entwicklung Spuren und wirkte sich negativ auf die entsprechenden Auftragsvolumen aus. Der Umsatz inklusive Eigenaufträge sank um 17.6 Prozent auf 120.1 Mio. Franken. Der EBITDA liegt im ersten Semester 2003 mit 1.2 Mio. Franken im negativen Bereich. Der Lettershop Regor konnte den Umsatz im Vergleich zum Vorjahressemester um rund 7.7 Prozent steigern.

Während der BD Bücherdienst ein Umsatzplus von 11.4 Prozent verzeichnet, musste Waser Druck einen Umsatzrückgang von 11.2 Prozent hinnehmen. Der Umsatzrückgang von 39.1 Prozent beim Werd Verlag ist vor allem auf die guten Verkäufe des Expo-Führers im Vorjahressemester zurückzuführen. Bei der Condor Communications fiel der Umsatz um 4.9 Mio. Franken (-42.7 Prozent) auf 6.6 Mio. Franken. Der markante Rückgang liege in einem Grossauftrag, der in der entsprechenden Vorjahresperiode abgewickelt werden konnte.

Bilanz


Kommentar wird gesendet...

KOMMENTARE

Kommentarfunktion wurde geschlossen