01.05.2026

Causa Fischer

Rückendeckung für Pascal Schmitz

Mehrere Kolumnisten melden sich in der Debatte um den SRF-Journalisten zu Wort – mit ähnlicher Stossrichtung, aber unterschiedlicher Schärfe. Gemeinsam ist ihnen: Die Aufregung um die alten Facebook-Posts halten sie für übertrieben.
Causa Fischer: Rückendeckung für Pascal Schmitz
SRF-Journalist Pascal Schmitz steht seit Mitte April im Zentrum einer medialen Debatte. (Bild: SRF/Gian Vaitl)

In seiner aktuellen Weltwoche-Kolumne verteidigt Kurt W. Zimmermann SRF-Journalist Pascal Schmitz – zumindest was dessen alte Facebook-Posts betrifft. Man solle «nicht allzu spröde sein», schreibt Zimmermann. Journalistensprache sei «keine liturgische Sprache», Journalisten seien auch in der Wortwahl keine Heiligen. Auf Redaktionen, besonders am Newsdesk, könne der Tonfall «recht ruppig sein» – das gehöre zum Beruf. Bei der Fischer-Recherche selbst sieht Zimmermann das anders: Was bei einem Mittagessen im kleinen Kreis geredet werde, gehöre nicht an die Öffentlichkeit. Er hätte die Story nicht gebracht.

Ebenfalls am Donnerstag argumentiert Daniel Ryser auf Infosperber etwas grundsätzlicher. Wer der Meinung gewesen sei, Fischer habe keine Entlassung verdient – wegen einer bezahlten Busse, einer rechtlich abgeschlossenen Sache –, der könne jetzt nicht sagen, Schmitz müsse für 15 Jahre alte Status-Updates geköpft werden. «Das ist keine Frage der Sympathie, sondern eine Frage der Logik.»

Ja, die Posts seien rassistisch – das räumt Ryser ein. Aber er stellt eine Gegenfrage: Was wisse man eigentlich über diesen Mann? Ob Schmitz seine Posts als aufrichtigen Fehler bereue, ob er sich seither verändert habe – denn Menschen veränderten sich –, das wisse niemand. «Aber selbstverständlich nehmen wir das Schlimmste an, weil das inzwischen die Grundhaltung ist, mit der wir einander begegnen.» Ryser beschreibt eine «Maschine der Makellosigkeit», die nicht Gerechtigkeit herstelle, sondern jeden bestrafe, der ihr nicht genüge – nicht durch Gerichte, sondern durch die Masse.

«Ein solider SRF-Moderator ohne Ausrutscher»

Bereits am Montag hatte Peter Rothenbühler in der NZZ Schmitz in Schutz genommen. Die alten Posts seien zwar «moralisch anfechtbar», im Umfeld von Hockey- und Fussballstadien aber «täglich zu hören». Schmitz sei inzwischen 41 und ein solider SRF-Moderator ohne Ausrutscher. Rothenbühler richtet seinen Blick auch auf den Hockeyverband: Dieser habe ursprünglich Gnade vor Recht walten lassen wollen – und sei dann unter Mediendruck eingeknickt.

Vor einigen Tagen hatte Marcel Odermatt in der Weltwoche die Debatte angestossen mit dem Titel: «Liebe Kollegen, lasst es endlich gut sein!» Er forderte Fairness für Schmitz – kritisierte aber vor allem das Schweigen der SRG-Führung. 

In dieselbe Richtung argumentierte auch Markus Somm in seinem Newsletter «Somms Memo»: Die alten Posts hätten nichts mit der Glaubwürdigkeit der Recherche zu tun. Schmitz solle «sogleich wieder vor der Kamera auftreten», sonst mache sich SRF lächerlich.

Schmitz hatte im Rahmen einer Recherche das gefälschte Covid-Zertifikat von Eishockey-Nationaltrainer Patrick Fischer aufgedeckt, der daraufhin selbst an die Öffentlichkeit trat und entlassen wurde (persoenlich.com berichtete). Die Weltwoche grub dann rund 15 Jahre alte Facebook-Posts von Schmitz aus – seither moderiert er «Schweiz aktuell» vorläufig nicht mehr. (cbe)


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KOMMENTARE

Dieter Widmer
04.05.2026 09:22 Uhr
Seine Textehabe ich alle gelesen: komplett unterirdisch, primitiver geht nicht. Jeder Arbeitgeber schaut doch, was ein Bewerber vorher in en sozialen Medien getextet hat. Bei der Polizei wäre er schon mal durchgefallen. Für SRF scheint das ohne Probleme auszureichen.
Hedwig Nüssler
03.05.2026 07:11 Uhr
Schmitz gehört für mich abgesetzt Wenn man etwas im vertrauen einem erzählt,sollte es auch so behandelt weden,ob Journalist oder privat person
Katharina Fehr
02.05.2026 19:03 Uhr
Für welche anderen "Verbrechen" wird man zweimal bestraft, das ist alles.
Greter Armin
02.05.2026 18:47 Uhr
Es ist einfach schade, dass er die Folge seiner Aussage nicht vorgesehen hat. Aber jetzt ist er einfach nicht mehr tragbar. Fischer musste gehen, folglich gehört auch Schmitz abgesetzt
Ernst Max Neuenschwander
02.05.2026 14:40 Uhr
Danke Pascale Schmitz!!!
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