Die Hollywood-Schauspielerin Scarlett Johansson droht der britischen "Cosmopolitan" mit einer Klage. Johansson beschuldigt das Magazin, frei erfundene Zitate in ein Coverstory-Interview eingebaut zu haben. Die Titelgeschichte erscheint in der kommenden Januarausgabe der Cosmopolitan in Grossbritannien. Die Headline dazu lautet: "Scarlett: Why I had to get married".
Im seitenlangen Interview wird die Hollywood-Grösse zu ihrer Ehe mit dem Schauspieler Ryan Reynolds mit Sätzen zitiert, von denen Johansson behauptet, diese nie gesagt zu haben. Marcel Pariseau, der Sprecher der Schauspielerin, sagt, die Zitate seien "vollkommen erfunden", berichtet der "Guardian".
Pariseau kündigte an, dass Johansson Cosmopolitan vor einem britischen Gericht klagen werde, wenn das Magazin den Artikel nicht widerruft. "Wir warten darauf, wie die Rückmeldung aussieht. Aber wir haben unsere Anwälte eingeschaltet und sollte es keine Klarstellung geben, werden wir rechtliche Schritte ergreifen", so der Presseagent.
Im wesentlichen stützt sich die betreffende Coverstory auf ein Interview, das Johansson der amerikanischen "Cosmopolitan" zu einem früheren Zeitpunkt in diesem Jahr gegeben hatte. Die umstrittenen Zitate wurden allerdings erst von der UK-Ausgabe hinzugefügt. Die britische "Cosmopolitan" erklärte gegenüber Pariseau, dass die zusätzlichen Zitate von der Londoner Agentur Hot Features, die unter anderem Magazine und Zeitungen zu ihren Kunden zählt, zugekauft worden seien.
In einer offiziellen Stellungnahme von der National Magazine Company, zu der die "Cosmopolitan" gehört, heisst es: "Die UK Cosmopolitan hat ein Interview mit Scarlett Johansson abgedruckt, das Zitate bezüglich ihrer Ehe beinhaltet, die von einem Agenturjournalisten stammen. Wir haben diese Zitate im Glauben daran veröffentlicht, dass das Interview mit der Zustimmung von Frau Johansson und ihrem Pressesprecher herausgegeben wurde."
Laut Johanssons Sprecher allerdings hat die Schauspielerin dem britischen Magazin zu keinem Zeitpunkt ein Interview freigegeben und ihre persönlichen Beziehungen nie mit der Publikation besprochen. Die Coverstory sei ein offensichtlicher Versuch der Cosmopolitan, einen finanziellen Nutzen zu ziehen, indem die Leser falsch informiert würden, sagt Pariseau. (pte)

