23.10.2009

Radio 1/Radio Basel

Schawinski und Heeb spannen zusammen

Gegenseitiger Zugriff auf alle redaktionellen Inhalte.

In die Schweizer Lokalradiolandaschaft kommt neue Bewegung: Der Sender Radio Basel, der erstmals am Samstag auf Sendung geht, und das Zürcher Radio 1 haben einen Zusammenarbeitsvertrag geschlossen, der sämtliche redaktionellen Inhalte umfasst. Die beiden Sender stellen sich gegenseitig ihr gesamtes Rohmaterial zur Verfügung, wie Radio 1-Chef Roger Schawinski am Freitag vor den Medien in Basel sagte. Die online miteinander verbundenen Stationen können das Material ihres Partners jeweils frei verwenden.

Schawinski und Christian Heeb, Geschäftsleiter des neuen Senders Radio Basel hoffen, dass die Zusammenarbeit zwischen Basel und Zürich den Grundstein bildet für ein Informations-Netzwerk mit weiteren Privatsendern. Durch Kooperation sollen Effizienz und Qualität bei den Privatradios erhöht werden, damit diese in Zukunft der SRG Paroli bieten können. Eine Arbeitsaufteilung zwischen den Sendern und die regelmässige Übernahme ganzer Sendungen sei jedoch nicht geplant, sagte Heeb. Hingegen werde man auch gemeinsame Produktionen realisieren. Eine finanzielle Verflechtung der beiden Sender ist mit der Kooperation nicht verbunden, wie es weiter hiess.

Schawinski und Heeb haben als Lokalradio-Pioniere vor 30 Jahren schon bei Radio 24 zusammengearbeitet. Schawinski verfügt für sein Radio 1 erst seit September definitiv über eine Konzession, nachdem das Bundesgericht gegen Radio Energy entschieden hatte. Heeb hatte 1983 den Basler Lokalsender Radio Basilisk gegründet, der 2002 von der Zürcher Tamedia übernommen wurde und seit 2008 dem Basler Anwalt Martin Wagner gehört. 2008 bewarb sich Heeb erfolglos für eine neue Radiokonzession in Basel. Nun konnte er jedoch den Sender Basel 1 von der Basler Zeitung Media AG zu einem ungenannten Preis übernehmen.

Von Basel 1 zu Radio Basel

Das bisherige Basel 1 geht am Samstagmittag unter dem neuen Namen Radio Basel auf Sendung. Mehrheitsaktionäre sind Christian Heeb und der deutsche Unternehmer und Ex-Radiomann Karlheinz Kögel. Sie halten zusammen zu gleichen Teilen rund zwei Drittel des Aktienkapitals. Im Hinblick auf den Neustart des einstigen Radio Raurach wurde der Sender von Liestal nach Basel verlegt. Ins vollständig neue Studio wurden laut Heeb mehrere Millionen investiert. In Liestal wird weiterhin ein kleines Studio betrieben.

Die Redaktion von Radio Basel umfasst 22 Mitarbeitende, von denen acht von Basel 1 übernommen wurde. Das Redaktionsbudget beträgt 5 Mio. Fr., wie Heeb sagte. Die Redaktion ist rund um die Uhr besetzt und produziert unter anderem ein stündliches Nachrichtenbulletin. Kurznews stehen zur halben Stunde auf dem Programm. Heeb, der mit dem neuen Sender vom Formatradio abkommen und ein mündiges Publikum ansprechen will, geht beim Programm von einem Wortanteil von rund 50 Prozent aus. Darin eingeschlossen ist jedoch die Werbung, für deren Akquisition die Publigroupe verpflichtet wurde. Heeb will mit Radio Basel von Anfang an schwarze Zahlen schreiben.

Radio Basel kann nicht nur in der Region Basel über UKW empfangen werden, sondern auch im Internet. Dort kann sich das Publikum sein Musikprogramm selbst auswählen. Ein zweites Programm, dass sich vom ersten vorab musikalisch unterscheidet, verbreitet der Sender zudem digital. Auf DAB+ kann Radio Basel so auch in Zürich und Bern gehört werden. (sda)


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