Die Sendung «Roger gegen Roger» mit Medienpionier Roger Schawinski und Weltwoche-Boss und SVP-Nationalrat Roger Köppel gehörte während sieben Jahren zu den Highlights auf dem Zürcher Privatsender Radio 1. Im Jahr 2015 stellte Schawinski das Format wegen persönlicher Differenzen ein, Nachfolger von Köppel wurde Nebelspalter-Verleger Markus Somm. Jetzt heisst die Sendung «Roger gegen Markus». Am vergangenen Sonntag haben Schawinski und Köppel nochmals in der Sendung «Schawinski» auf dem privaten Sender Blue Zoom die Klingen gekreuzt (persoenlich.com berichtete). Die Resonanz war gross, wie die Zeitungskommentare aber auch die Zuschauerreaktionen zeigen. persoenlich.com hat sich nochmals mit beiden Kontrahenten unterhalten und ihnen vier gleiche Fragen gestellt.
Herr Schawinski, wie haben Sie selbst das Gespräch erlebt?
Roger Schawinski: Sehr intensiv, das habe ich erwartet. Es hat sich gelohnt, dass ich mich intensiv vorbereitet habe.
Und Sie, Herr Köppel?
Roger Köppel: Als interessant und kurzweilig, es hätte noch gut und gern eine halbe Stunde länger dauern können, gutes Zeichen. Man merkte, warum Roger gegen Roger ein Erfolgsformat war: Zwei wirklich unterschiedliche Meinungen, keine Pseudodiskussion, heftige Gegensätze, aber ausgetragen von zwei Personen, die einander respektieren.
Sind Sie mit dem Gespräch zufrieden?
Schawinski: Ja, mit einer Einschränkung. Die Sendezeit war für einmal viel zu kurz. Aber vielleicht ist dies auch ein gutes Zeichen.
Köppel: Hinterher denkt man immer, man hätte noch dies oder jenes sagen sollen, aber am wichtigsten war mir die Botschaft: Man muss mit diesen falschen kleinkarierten Verleumdungen aufhören («Putin-Versteher») gegen alle, die es nicht schwarzweiss sehen. Jetzt geht es darum, einen Atomkrieg zu verhindern: Waffenstillstand, Frieden! Leider hat der Bundesrat die Schweizer Neutralität preisgegeben, um teilzunehmen am Wirtschaftskrieg gegen Russland.
Wie waren die Reaktionen?
Schawinski: Überraschend positiv. Bei YouTube und bei Blue News erreicht die Sendung Rekordwerte – und diese steigen weiter an. Die definitiven Daten über die Nutzung der ersten Ausstrahlungen bei Blue Zoom liegen hingegen noch nicht vor. Sonntags-Zeitung, NZZ, Weltwoche Daily und Zackbum haben vieles gelobt – und damit gleichzeitig das bereits eingemottete Genre TV-Kritik wiederbelebt, das ja erstaunlicherweise nur noch in Texten zum «Tatort» existiert. Allein der Sonntags-Blick musste passen, weil dort der Hund der Produzentin notfallmässig in die Tierklinik musste und die Personaldecke damit ausgereizt war.
Köppel: Ich glaube gut, hoffentlich auch die Einschaltquoten.
Wird es eine Wiederholung geben?
Schawinski: Hoffentlich bei der Niederlage von Putin. Auf die Erklärungen von Roger Köppel freue ich mich schon heute.
Köppel: Von mir aus gern.
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13.10.2022 08:03 Uhr
12.10.2022 15:46 Uhr

