Medienschaffende in Italien und Frankreich werden bei ihrer Arbeit zusehends eingeschränkt. In den USA herrscht dagegen unter Präsident Barack Obama mehr Pressefreiheit. Das geht aus der jüngsten Rangliste der Reporter ohne Grenzen (RSF) hervor. Zu den freiesten Ländern für die Medien gehören demnach Dänemark, Finnland und Irland, wie die Journalistenorganisation am Dienstag mitteilte. Die Schweiz liegt weiterhin auf Platz 7, Österreich auf Rang 13 und Deutschland auf Platz 18.
Schlechte Noten erhalten zwei weitere Nachbarländer: In Frankreich und Italien habe sich die Situation weiter verschlecht, kritisiert RSF. Es sei "beunruhigend" zu sehen, wie europäische Demokratien in der Rangliste zusehends an Terrain verlören, heisst es in einem Communiqué vom Dienstag. In der Pressefreiheit müsste Europa mit gutem Beispiel vorangehen. Ansonsten sei die Kritik an mangelnder Pressefreiheit in anderen Teilen der Welt wenig glaubwürdig. Frankreich liegt neu noch auf Platz 43, Italien auf Rang 49.
In Italien würden Medienschaffende mitunter körperlich bedroht, ebenso in Spanien (Platz 44) und auf dem Balkan. Mehrere europäische Länder hätten überdies neue Gesetze in Kraft gesetzt, welche die Arbeit der Medienschaffenden in Frage stellten, schreibt RSF weiter. Am schwierigsten ist die Situation für Journalisten weiterhin in Turkmenistan, Nordkorea und Eritrea. Das nordostafrikanische Land belegt den 175. und letzten Platz.
Beunruhigend ist laut RSF aber auch die Lage in Israel: Durch die Einschränkungen der Berichterstattung im Zuge der Gaza-Offensive hat das Land 47 Plätze verloren und liegt nun noch auf Rang 93. Die Zensur durch die israelische Armee wird ebenso angeprangert wie Festnahmen von Journalisten "ausserhalb jeden gesetzlichen Rahmens". Im Iran (Platz 172) hat sich die Situation laut RSF mit den Protesten nach der Präsidentschaftswahl nochmals verschlechtert. Nebst der weitgehenden Zensur wird die Überwachung von Medienschaffenden angeprangert, ebenso die illegale Inhaftierung von Journalisten.
Dagegen hat US-Präsident Barack Obama den Ruf seines Landes auch in Bezug auf die Pressefreiheit verbessert: Die Vereinigten Staaten kletterten um 20 Plätze auf Rang 20 nach oben. Obama habe damit viel zu tun, kommentierte RSF. So sei sein Denkansatz weniger kriegerisch als der seines Vorgängers George W. Bush. (sda)

