26.06.2003

"Zimmi"

"Schutzfaktoren" gegen Journalisten propagiert

Kurt W. erteilt Unternehmern in der Bilanz sieben Ratschläge.

"Wie macht man sich bei den Journalisten unangreifbar", lautet die Leserfrage, der sich Ex-Tamedia-Mann Kurt W. Zimmermann in seiner aktuellen Bilanz-Kolumne annimmt. Sieben "ausgewählte Techniken, Schutzfaktoren sozusagen" schlägt er vor:

So seien Journalisten regelmässig mit böswilligen Informationen über Firmenkollegen und Konkurrenten zu versorgen, denn Medien hätten kein Interesse, die eigenen Informanten kritisch zu hinterfragen ("Schutzfaktor Maulwurf"). Zudem solle man smalltalken und die Namen und Vornamen aller Journalisten auswendig kennen, auch das verhindere Kritik ("Schutzfaktor Charmebolzen").

Auch ungewohnte Offenheit wie etwa die Preisgabe persönlicher Leiden lähme die spitzen Federn ("Schutzfaktor Opfer"). Oder aber man stehe als allzeit verfügbarer Experte zur Verfügung, das mache ebenfalls unangreifbar ("Schutzfaktor Experte"). Wirksam sei zudem, sich mit einer Aura von "Grandezza und Verbindlichkeit" zu umgeben ("Schutzfaktor Grandseigneur").

Als Meister der Randale tituliert "Zimmi" alsdann Roger Schawinski, der bei unliebsamer Berichterstattung "am gleichen Morgen noch wutentbrannt den Chefredaktor, alle verfügbaren Mitglieder von Verwaltungsrat und Geschäftsleitung und seinen Anwalt" anrufe -- und am nachmittag seine Bekannten mit der Bitte, "dieselbe Liste (ohne Anwalt) ebenfalls durchzutelefonieren". "So was macht auch ein gestähltes Medienunternehmen kein zweites Mal mit", schreibt Zimmermann.


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