Die "Thurgauer Zeitung" (TZ) hat den Präsidenten der Thurgauer Sektion der Schweizer Demokraten (SD), Willy Schmidhauser, wegen Drohungen angezeigt. Der Angezeigte bestreitet, dem TZ-Redaktor gedroht zu haben und erwägt selbst eine Anzeige.
Peter Hartmeier, Chefredaktor des "Tages-Anzeigers" und designierter Verleger der "Thurgauer Zeitung", sagte am Freitag gegenüber dem Lokalsender Radio Top, Schmidhauser habe davon gesprochen, dass der Redaktor, vielleicht bald "ein toter Mann" sei. Er -- Schmidhauser -- könne zudem für "seine Leute" keine Garantie mehr übernehmen.
Bei der "Thurgauer Zeitung" habe man solche Aussagen durchaus als Drohung empfunden und den SD-Präsidenten deshalb angezeigt, erklärte Hartmeier. Schmidhauser selbst erklärte in der Radiosendung, er habe dem Redaktor lediglich gesagt, er solle "die Leute nicht anlügen".
Er habe dabei ganz allgemein darauf hingewiesen, dass der Journalist bei der vielfältigen Zusammensetzung der heutigen Gesellschaft damit rechnen müsse, "bei ähnlichem Verhalten in Zukunft vielleicht bald ein toter Mann zu sein", sagte Schmidhauser weiter.
Hintergrund der Auseinandersetzung ist, dass Schmidhauser mit der Berichterstattung der TZ über die Nein-Parole der Thurgauer SD zu den biometrischen Pässen unzufrieden war. Telefonisch sei ihm ein Bericht am Donnerstag oder Samstag vor Ostern zugesagt worden, so Schmidhauser gegenüber Radio Top. Als an beiden Tagen keine entsprechender Bericht in der Zeitung erschienen sei, habe er bei der Redaktion reklamiert. Er sei nicht davon ausgegangen, dass seine Äusserungen als Drohung verstanden würden.
Hausverbot und verschlossene Türen
Bei der "Thurgauer Zeitung" nimmt man die Äusserungen aber immerhin so ernst, dass Schmidhauser Hausverbot erhielt und die Redaktionstüren derzeit verschlossen sind. Es ist nicht das erste Mal, dass Schmidhauser und die TZ juristisch aneinander geraten.
2003 ist Schmidhauser vom Bezirksgericht Steckborn zu einer Busse von 2500 Franken verurteilt worden, weil er 2001 mit einem Flugblatt zum Boykott der TZ aufgerufen hatte. Damals hatte er dagegen protestiert, dass der damalige Chefredaktor den Abdruck eines Schmidhauser-Leserbriefs verweigert hatte. (sda)

