Manfred Papst, Thomas und Daniel Benz, Rico Czerwinski, Nico Renner sowie Meinrad Balmer und Marco Zanchi heissen die Gewinner des 25. Zürcher Journalistenpreises. Sie wurden am Montag 30. Mai im Miller's Studio in der Mühle Tiefenbrunnen ausgezeichnet.
Die Jury hat den Preis für einen Text, der aus dem Alltag heraus enstanden ist, an Manfred Papst vergeben. In seiner Kolumne zur Neuauflage des Kamasutra in der NZZ am Sonntag lerne man, dass man dem Bedeutungsschwangeren auch banale Seiten abgewinnen könne, erklärte Jurorin Susanne Mühlemann.
Fussballspiele seien auch in der Schweiz vielfach von Ausschreitungen begleitet. Thomas Angeli und Daniel Benz sei es gelungen, mit Hooligans in Kontakt zu treten und ihren Motiven auf die Spur zu kommen. Dank ihrer Analyse im Beobachter verstehe man diese neue Gewaltszene besser und sei bestürtzt über die an den Tag gelegte Selbstverständlichkeit, so Juror Felix E. Müller.
Die Blutat in Zürich-Witikon -- ein Ehepaar tötet sich und seine Kinder -- wird von Rico Czerwinsky im Magazin des Tages-Anzeigers aufgearbeitet. Sein schnörkelloser un niemals eitler Text, so Jurorin Margrit Sprecher, sei weit mehr als die Chronik einer beklemmenden Familientragödie, es sei der Spiegel einer Gesellschaft, in der Status alles sei.
Statt den dritten Jahrestag des Flugzeugabsturzes mit einem Bild und Legende abzuhaken, hat Nico Renner jene Frau aufgesucht, die damals als Überlebende den Medien Auskunft gegeben hat. In seinem kühlen und präzisen Text im Landboten gehe Renner den Mechanismen und Auswirkungen der Katastrophenberichterstattung mir ihren zahlreichen Un-Fragen nach.

