Der Radio-Kabarettpreis "Salzburger Stier" wird 2006 zum 25. Mal verliehen. Der wichtigste Radiopreis des deutschsprachigen Kabaretts geht im Jubiläumsjahr an den Slam-Poeten Gabriel Vetter (Schweiz), den Kabarettisten Andreas Rebers (Deutschland) und die Blaskapelle Mnozil Brass (Österreich).
Slam Poetry ist Literatursport, Wortakrobatik, Performance -- und Gabriel Vetter ist einer der schillerndsten Vertreter dieser Kunst, die 1986 in Chicago erfunden wurde und seit Mitte der 90er Jahre auch in Europa zu Hause ist. Ob in tosenden Wortkaskaden im Schaffhauser Dialekt oder in Versen, die ironisch an Goethe erinnern: Gabriel Vetter zelebriert die Absurditäten des privaten und des politischen Alltags. Dank der Detailschärfe seiner Beobachtungen, seinem Wortwitz und seiner leidenschaftlichen Vortragskunst ist Gabriel Vetter im Oktober 2004 beim 8. German International Poetry Slam zum Champion gekürt worden. Im vergangenen Herbst ist seine Debüt-CD "Tourette de Suisse" erschienen.
Vetter bisher jüngster Preisträger
Nach Joachim Rittmeyer, dem ersten Preisträger des "Salzburger Stiers" im Jahr 1982, sind unter anderem Mad Dodo, Lorenz Kaiser, die Acapickels, Massimo Rocchi und Ursus & Nadeschkin mit einem "Salzburger Stier" ausgezeichnet worden. Nach dem "Ehrenstier", der im letzten Jahr Emil Steinberger für sein Lebenswerk zuerkannt wurde, hat sich Schweizer Radio DRS mit Gabriel Vetter -- er ist 1983 geboren -- für den bisher jüngsten Stier-Preisträger entschieden.
Der Salzburger Stier ist mit dreimal 6000 Euro dotiert und wird jedes Jahr an Kabarettisten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich verliehen. Er ist nicht nur einer der renommiertesten Kabarettpreise, sondern auch die grösste Radio-Koproduktion im Bereich Unterhaltung. Nicht weniger als zehn Sendeanstalten arbeiten für den Salzburger Stier eng zusammen: Schweizer Radio DRS, ORF, sieben ARD-Sender sowie die RAI mit dem Sender Bozen. Die Preisverleihung findet am 20. Mai im Radiokulturhaus Wien statt und wird danach von allen beteiligten Sendern ausgestrahlt.
Ein Werk von Gabriel Vetter bei "persoenlich.com":

