07.10.2020

Wemf Total Audience

So viele Leser erreichen Tagi, Bund, HZ & Co.

Verschiedene Zeitungen und Magazine können dem Leserschwund dank ihrem Onlineangebot zum Teil trotzen und erreichen immer mehr Leserinnen und Leser. Dies zeigt ein Dreijahresvergleich der Gesamtreichweiten. Die Wemf-Zahlen in vier Charts.
Wemf Total Audience: So viele Leser erreichen Tagi, Bund, HZ & Co.
1,3 Millionen Menschen lesen das Blick-Angebot laut der Wemf. Hier liest eine Frau Blick online auf einem Tablet. (Bild: Keystone/Christian Beutler)
von Michèle Widmer

Die grossen Zeitungen und Magazine können den Leserrückgang im Print mit ihren digitalen Angeboten teilweise kompensieren. Dies zeigen die Zahlen aus der am Dienstag publizierten Studie Total Audience der Wemf AG für Werbemedienforschung. Sie gibt unter anderem Auskunft darüber, wie viele Leserinnen und Leser Medienmarken mit Print und Online kombiniert erreichen.

Eine Dreijahresauswertung (siehe Grafik unten) von acht grossen Tageszeitungen zeigt: Alle Titel konnten die Leserschaft seit Herbst 2018 erweitern oder halten. Der reichweitenstärkste Titel bleibt 20 Minuten. In der Deutschschweiz erreicht er mit seinem Print- und Digitalangebot aktuell 2,1 Millionen Menschen – 162’000 mehr als vor drei Jahren. Auf Platz zwei liegt der Blick mit 1,3 Millionen Leserinnen und Lesern. Dies sind 162’000 mehr als im Herbst 2018. Bezüglich der Leserzahl stark gesteigert hat sich auch die NZZ mit Plus 125’000. Aktuell erreicht die Zeitung mit ihrem Angebot 553’000 Menschen. 





Auch den Magazinen verleihen ihre Digitalangebote Aufwind (siehe Grafik unten). Am erfolgreichsten damit ist der Beobachter, der trotz stetiger Reichweiteneinbussen im Print in den letzten drei Jahren 437’000 Leserinnen und Leser dazugewonnen hat. Gesamthaft erreicht der Titel laut der Studie 1,8 Millionen Menschen. Auch bei der Schweizer Illustrierten zeigt sich – auf tieferem Niveau – dasselbe Bild. 906’000 Leserinnen und Leser zählt der Titel, vor drei Jahren waren es 754’000.

 

Nebst der Gesamtreichweite gibt die Studie Auskunft darüber, wie viele Menschen eine Medienmarke nur Print oder nur Online lesen. Trotz der Verschiebung von Print hin zum Web zeigt sich: Die Mehrzahl der Medienmarken erreichen mit der gedruckten Ausgabe noch immer mehr Leserinnen und Leser als mit ihren Digitalangeboten (siehe Grafiken unten).

Bei den Tageszeitungen übertrumpft Web den Print bezüglich der Leserzahl nur beim Blick und bei der NZZ. Nachdem auch 20 Minuten in der Frühjahrsstudie erstmals mehr Online- als Printleser zählte, zeichnet sich aktuell wieder ein anderes Bild.



Auch bei den Magazinen erreichen bisher nur zwei mehr Leser Online als mit dem Printprodukt (siehe Grafik unten). So der Beobachter (1091 / 549) und die Handelszeitung (185 / 78). Bei beiden lesen die Nutzer die Inhalte mehr als doppelt so häufig online.

Die Intermediastudie Total Audience bezieht die Informationen zu Print aus der gleichzeitig publizierten Studie Mach Basic. Die Umfrage umfasst den Erhebungszeitraum vom 4. April 2018 bis 9. März 2020, befragt wurden 33’794 Menschen in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein. Die Daten seien vollständig vor der Corona-Pandemie bzw. vor der ausserordentlichen Lage erhoben und dadurch von eventuellen Einflüssen nicht betroffen, schreiben die Autoren. Die Informationen zum Onlineangebot stammen von der Studie Net-Metrix Profile 2020-1 (persoenlich.com berichtete).

Welche Zeitungen und Magazine trotzen dem generellen Reichweitenverlust im Print? Den Jahresvergleich der Leserschaftsstudie Mach Basic lesen Sie am Mittwoch auf persoenlich.com.



Newsletter wird abonniert...

Newsletter abonnieren

Wollen Sie Artikel wie diesen in Ihrer Mailbox? Erhalten Sie frühmorgens die relevantesten Branchennews in kompakter Form.

Kommentar wird gesendet...

Kommentare

Kommentarfunktion wurde geschlossen

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

Anzeige
Zum Seitenanfang20201024

Die Branchennews täglich erhalten!

Jetzt Newsletter abonnieren.