14.01.2018

No Billag

SoZ-Chefredaktor stellt sich gegen Initiative

Die SRG liesse sich zu grossen Teilen durch privates TV ersetzen. «No Billag» sei dennoch schlecht für das Land, schreibt Arthur Rutishauser.
No Billag: SoZ-Chefredaktor stellt sich gegen Initiative
SoZ-Chefredaktor Arthur Rutishauser. (Bild: zVg).

Viele der Aufgaben, welche die SRG im Auftrag des Staates übernommen hat, könnten die Privaten auch übernehmen, schreibt «SonntagsZeitung»-Chefredaktor Arthur Rutishauer in einem Kommentar in der aktuellen Ausgabe. Horrorszenarien wie etwa die Behauptung, dass ohne SRG niemand mehr das Lauberhornrennen übertragen würde seien natürlich Quatsch.

Dabei bezieht sich Rutishauser auf die Aussagen von Roger Elsener, Geschäftsführer des Bereichs TV und Radio, bei den AZ Medien. In derselben Ausgabe sagte dieser: «Wir könnten die Produktionskosten der Lauberhorn- Skirennen grundsätzlich stemmen und sie übertragen.» Voraussetzung sei die Übernahme des gesamten Weltcups. Denn so könnte man im Gegenzug für wenig Geld jene Rennen ausstrahlen, die im Ausland produziert werden.

Dennoch wäre es laut Rutishauer «für die Schweizer Demokratie keine gute Sache», das Experiment «No Billag» zu wagen. In Zeiten, in denen in der Medienbranche eine radikale Konsolidierung stattfinde, sei jede unabhängige Stimme wichtig, die den Mächtigen im Staat und in der Wirtschaft auf die Finger schaue. Vor allem in den Randregionen, in denen es in 10 Jahren vielleicht kaum mehr Zeitungen gebe. Ohne SRG, die mehr bringe als nur das Allernötigste, werde dort die Debatte sonst nur noch über Facebook-Bubbles erfolgen, ohne jede Auseinandersetzung mit Minderheiten und Andersdenkenden. (wid)



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Kommentare

  • Ueli Custer, 15.01.2018 07:50 Uhr
    Ist es eigentlich Bedingung, um Chefredaktor einer grossen Zeitung zu sein, dass man vom Medienmarkt nichts verstehen darf? Nach Herrn Gujer exponiert sich jetzt also auch Herr Rutishauser mit seiner Ahnungslosigkeit über Kosten und die Schweiz als Staat. Die besteht nämlich nicht nur aus der deutschen Schweiz. Das blendet der Herr Chefredaktor einfach mal aus. Dies genauso wie die Radioprogramme, die zu über 90% aus Gebühren finanziert sind. Natürlich kann man die zu einem Teil mit Werbung finanzieren. Diese Einnahmen würden dann aber den grossen Privatradios im Mittelland abgehen. Man kann es drehen und wenden wie man will: Ohne Gebühren fehlen einfach mal 1,3 Mia. Franken. Und weil diese fehlen, gibt es weniger Programme und infolgedessen auch weniger Werbeeinnahmen. ein klassischer Teufelskreis. Aber um solche Details muss sich ein Chefredaktor ja nicht kümmern.

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