Die Genfer Zeitung "Le Courrier" benötigt 150'000 Franken von jetzt an bis zum Ende des Monats Dezember. Die Tageszeitung hat am Samstag einen Spendenaufruf gemacht, um "das Jahr 2010 gelassener angehen zu können". Die Summe von 150'000 Franken erlaube, "das Defizit nicht zu sehr auszuhölen." Die schwierige wirtschaftliche Lage gehe nicht spurlos am "Courrier" vorüber. "Bedrängt durch die Krise und den Verlust der Kaufkraft sehen viele davon ab, ihr Abonnement zu erneuern", hielt Chefredaktor Fabio Lo Verso im Editorial fest.
Die Spenden würden nur zur Finanzierung der Information dienen, unterstrich Lo Verso. Die Genfer Tageszeitung hatte in den letzten Jahren ihre Leserinnen und Leser regelmässig zu Spenden aufgerufen, um die finanzielle Situation zu verbessern.
Auch "Quotidien Jurassien" kämpft
Mit der wirtschaftlichen Lage zu kämpfen hat auch der "Quotidien Jurassien" (QJ). Dort erhalten die 120 Angestellten dieses Jahr keinen 13 Monatslohn. Zudem werden die wöchentlichen Arbeitszeiten von rund zehn Personen gesenkt und der Abo-Preis erhöht. Dank dieser Massnahmen soll die Zeitung die Krise ohne Entlassungen überstehen.
Innert acht Monaten habe der "QJ" aufgrund der Krise 20 Prozent der Werbeeinnahmen verloren, teilte Zeitung auf einer Seite in der Samstagsausgabe mit. Trotz Restriktionen zu Beginn des Jahres seien weitere "schmerzhafte" Massnahmen nötig gewesen, um das Überleben der einzigen kantonalen Zeitung zu sichern. (sda)

