12.01.2006

Bund

Sportredaktion wird aufgelöst

BZ-Redaktion liefert neu den Sport.

Der Bund und die Berner Zeitung BZ sind übereingekommen, in der Sportberichterstattung zusammen zu arbeiten. Ab 1.Mai 2006 bezieht der Bund den Inhalt seines Sportteils von der Sportredaktion der BZ, wie mitgeteilt wird. Die Bund-Sportredaktion, welche 5.8 Stellen umfasst, wird per Ende April 2006 aufgelöst.

Im Gegenzug wird die Sportredaktion der BZ (bisher 10.2 Stellen) um 1.8 Stellen ausgebaut. Diese Stellen und absehbare Vakanzen werden nach Möglichkeit mit bisherigen Bund-Mitarbeitern besetzt, wie es weiter heisst. Für austretende Redaktionsmitglieder bestehe ein Sozialplan.

Die Sportberichterstattung beider Zeitungen werde zukünftig teilweise identisch sein (Resultate, Kurzmeldungen), könne jedoch in der Themengewichtung, Form der Beiträge sowie den Bildern variieren. Alle anderen redaktionellen Bereiche der beiden Zeitungen würden weiterhin völlig eigenständig arbeiten.

Anfang vom Ende des Berner Modells?

Das Berner Modell, die Produktion zweier redaktionell unabhängiger Zeitungen unter einem Verlagsdach, wird mit der Auflösung der "Bund"-Sportredaktion im nsatz Preis gegeben. Diese Sichtweise bestreiten die Chefredakteure von "BZ" wie "Bund" gegenüber der SDA. Die übrigen Ressorts würden in ihrer Unabhängigkeit nicht angetastet und weitere Schritte in ähnlicher Richtung seien keine geplant, heisst es übereinstimmend bei "BZ" wie "Bund". Die übrigen Ressorts würden in ihrer Unabhängigkeit nicht angetastet und weitere Schritte in ähnlicher Richtung seien keine geplant, heisst es übereinstimmend bei "BZ" wie "Bund".

Gemäss "Bund"-Chefredaktor Hanspeter Spörri ist das künftige Einkaufen des Sports bei der Konkurrenz "BZ" eine entscheidende Massnahme, um die redaktionelle Unabhängigkeit weiterer Ressorts zu sichern. Als Alternative wäre ihm nur die Möglichkeit geblieben "mit dem Rasenmäher durch die gesamte Redaktion zu fahren", sagte Spörri. "BZ"-Chefredaktor Michael Hug räumte jedoch ein, dass beim seit Jahren defizitären "Bund" durch die getroffene Lösung "eine neue Abhängigkeit" entstehe.

Der Stellenabbau in der Bund-Redaktion kommt nicht überraschend, hat die Espace doch bereits im Oktober letzten Jahres eine Budget-Kürzung in Aussicht gestellt. „Die Sparvorgaben aus dem Budget sind mit der Auflösung der Sportredaktion beim Bund abgeschlossen“ erklärt Franziska von Weissenfluh, Verlagsdirektorin Berner Zeitung AG & Bund Verlag AG, gegenüber „persoenlich.com“.

Auf den Anfang vom Ende des Berner Modells angesprochen meint von Weissenfluh: „Wir sind davon überzeugt, dass es gut ist, in Bern zwei Tageszeitungen zu haben, die unterschiedlich positioniert sind. Das Berner Modell ist nicht das oberste Ziel, es geht in erster Linie darum, die beiden Zeitungen erhalten zu können.“ Das Berner Modell sei eine Massnahme gewesen, um den Zeitungen das Überleben auf dem Markt zu ermöglichen.


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